Ai Weiwei und Edmund de Waal im Kunsthaus Graz

Künstler Edmund de Waal und Kurator Peter Pakesch sprechen über die Ausstellung „Geknetetes Wissen“ sowie die historische und gegenwärtige Bedeutung von Keramik.

Geknetetes Wissen. Die Sprache der Keramik
Kunsthaus Graz, Space01, Lendkai 1, 8020 Graz
Laufzeit: 23.09.2016–19.02.2017
Kuratiert von Peter Pakesch
Information: +43-316/8017-9200
https://goo.gl/AsO6EH

Video: © J.J. Kucek

Gemeinsam mit den Künstlern Ai Weiwei und Edmund de Waal lenkt das Kunsthaus Graz den Blick auf einen Werkstoff, der lange vorwiegend dem Kunsthandwerk zugeschrieben wurde: Keramik. Zu Unrecht, denn in diesem Material steckt jahrtausendealtes Wissen und eine Geschichte der Kunst, die von Zeitgenossen immer wieder in neue Kontexte gesetzt wurde.

Einige der frühesten Kunstwerke waren Keramiken

Die europäische Neuzeit war geprägt vom unstillbaren Verlangen nach chinesischem Porzellan, für das höchste Preise gezahlt wurden. Ob Nutzgefäße oder Kunstwerke – Keramiken reisten von alters her über den ganzen Globus und verbanden Kulturen, die wenig voneinander wussten. Lange und allerorts als hohe Kunst geschätzt, hatte dieses traditionelle Medium in der Moderne einen schlechten Stand: So wurde keramisches Schaffen als Kunstgewerbe in die zweite Reihe gestellt.

Keramik im Wandel – Geknetetes Wissen im Space01 des Kunsthauses

Heute werden wir durch einen verschärften Blick auf neuere asiatische Kunst und eine weitere Öffnung der künstlerischen Praxis zunehmend mit diesem Material konfrontiert. Die Ausstellung wirft einen besonderen Blick auf den Wandel eines technologisch bedingten Mediums, das über lange Perioden bis in die Moderne unsere Vorstellungen immer wieder herausgefordert hat.

Zwei der herausragenden Künstler, die sich diesem Material intensiv widmen, Ai Weiwei und Edmund de Waal, fungieren als kuratorische und künstlerische Partner der Ausstellung. Für Geknetetes Wissen treten sie mit Peter Pakesch in einen Dialog über den Umgang mit Keramik über die Zeiten und unterschiedlichen Kulturen hinweg. Natürlich sind ihre eigenen Arbeiten – neben prominenten Referenzen und bedeutendem historischem Material – in der Ausstellung vertreten.

Mit Arbeiten von Ai Weiwei, Edmund de Waal, Lynda Benglis, Alison Britton, Hans Coper, Lucio Fontana, Asger Jorn, Kasimir Malewitsch, Fausto Melotti, Joan Miró, Isamu Noguchi, Pablo Picasso, Lucie Rie, Marit Tingleff, Peter Voulkos.

Mehr unter museum-joanneum.at

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