Ana Jotta erhält den ROSA-SCHAPIRE-KUNSTPREIS 2017 der Freunde der Hamburger Kunsthalle

Ana Jotta, Trägerin des Rosa-Schapire-Kunstpreises 2017. Foto: Ricardo Campos

(Presseinformation) Die Freunde der Hamburger Kunsthalle vergeben heute, Freitag, den 1. Dezember, im Rahmen eines Festaktes den Rosa-Schapire-Kunstpreis 2017 an die portugiesische Künstlerin Ana Jotta (*1949). Der im Jahr 2016 erstmalig mit 20.000 Euro ausgelobte Preis ist eine der bedeutendsten Auszeichnungen für Gegenwartskünstler_innen in Deutschland. Diesjährige Jurorin ist die Direktorin des Lissaboner Museu Calouste Gulbenkian, Dr. Penelope Curtis (*1961), die von Prof. Dr. Christoph Martin Vogtherr, dem Direktor der Hamburger Kunsthalle, benannt wurde. Das für die Sammlung der Hamburger Kunsthalle von Ana Jotta übergebene Werk „The Ghost fiancée“ wird bis zum 17. Dezember 2017 im Lichthof der Galerie der Gegenwart zu sehen sein. Im Jahr 2016 wurde der rumänische Künstler Dan Perjovschi (*1961) mit dem Rosa-Schapire-Kunstpreis geehrt, ausgewählt von dem damaligen Juror Prof. Kasper König (*1943).

Der Kunstpreis wird in Erinnerung an Rosa Schapire (1874–1954) vergeben, die bereits zu ihrer Zeit als große Vorkämpferin für die zeitgenössische Moderne galt. Mit Begeisterung und voller Tatendrang setzte sich die außergewöhnliche Kunsthistorikerin dafür ein, tradierte Kunstauffassungen aufzulösen. Mit einem zu ihrer Zeit viel Mut verlangenden, rückhaltlosen Engagement, war sie Freundin, Förderin und Fürsprecherin des Expressionismus. Der Rosa-Schapire-Kunstpreis ist dem unerschrockenen und leidenschaftlichen Geist der Namensgeberin verpflichtet.

Dr. Ekkehard Nümann, Vorsitzender der Freunde der Kunsthalle: „Mit dem Rosa-Schapire-Kunstpreis möchten wir für einen klaren und unbeirrten Blick auf die Kunst eintreten.“ Die Freunde der Kunsthalle e. V. gehören mit über 18.000 Mitgliedern zu den wichtigsten Freundeskreisen im deutschsprachigen Raum. Sie setzen sich seit ihrer Gründung im Jahr 1923 für die Kunstvermittlung ein und unterstützen die Hamburger Kunsthalle beim Erwerb von Kunstwerken und der Finanzierung von Ausstellungen.

Ana Jotta (*1949) ist Malerin, Bildhauerin, Zeichnerin und Fotographin. Nach ihrem Studium in Lissabon und Brüssel an der École Nationale Supérieure des Arts Visuels arbeitete sie zunächst am Theater und Kino, bevor sie sich ganz der bildenden Kunst zuwandte. Jotta erforscht immer wieder neue Techniken, arbeitet mit Stoffen, Stickerei, Ton oder Keramik und lässt sich durch gefundene Objekte und Dinge zu ihren Assemblagen, Collagen oder Installationen inspirieren. Ihre außergewöhnliche Wandelbarkeit und die zahlreichen Ausstellungen der letzten Jahre haben ihr zu internationalem Ansehen verholfen. Unbeeindruckt von ihrer Popularität hat sich die Künstlerin ihre Unabhängigkeit bewahrt und sich nicht vom Kunstmarkt beeinflussen lassen.

Dr. Penelope Curtis (*1961) studierte in Oxford und London. Nach Stationen an der Tate Liverpool und als Leiterin zunächst des Henry Moore Institutes in Leeds und der Tate Britain (2010-2015), wo sie für den Umbau und die Neukonzeption zuständig war, ist sie seit 2015 Direktorin des Museu Calouste Gulbenkian.

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