Antonio Calderara (1903–1978) | Kunstmuseum Winterthur

«Ich möchte das Nichts malen, welches das Ganze sei, das Schweigen, das Licht, ich möchte das Unendliche malen.» In diesen Worten beschrieb der norditalienische Maler zu Beginn der 1960er Jahre sein Ziel. Nicht die Gegenüberstellung von Gegenständlichkeit und Ungegenständlichkeit interessierte Antonio Calderara, sondern vielmehr die Darstellung von Essentiellem im abstrakten Bildraum. Die gegenständliche Welt überträgt Antonio Calderara in strenge Kompositionen, in harmonisch gefügte geometrische Flächen. Flächen, die in sich ein Leuchten bergen, das mittels feiner Lasuren scheinbar an die Oberfläche dringt und sich im Auge der Betrachter entfaltet. Spazio luce colore: Zum einen ist es das Licht, das sein Schaffen stark prägt, zum andern sind es der Raum, die Farbe, die, in einzelnen Schichten
sorgfältig aufgetragen, Harmonie evoziert. Die Substanz der farbigen Einheit ist wie eine zur Ruhe gekommene gleichmässig verdichtete Bewegung. Bereits in seinen figurativen Bildern setzte der Künstler die formalen Eigenschaften von Farbe, Licht und Raum ein. Das Licht und die Landschaft am Ortasee, dem zentralen Schaffensort Calderaras, hallen auch in den abstrakten Bildern nach.
Die Ausstellung geht von Schenkungen an das Kunstmuseum Winterthur aus, darunter zwei Gemälde, ein Aquarell und ein umfangreiches Konvolut von druckgraphischen Blättern. Sie folgt auf die etwas anders zusammengestellte Schau im Museo d’arte della Svizzera italiana in Lugano. Es werden Gemälde aus allen Schaffensjahre gezeigt, wobei der wichtigen Phase um 1960, in der Calderara den Übergang vom Figürlichen zu einer neuen abstrakten Ordnung graduell, konsequent und zwanglos vollzieht, besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Dazu gesellt sich abschliessend ein Saal, der sich gänzlich den Aquarellen widmet.
Dank Galerien und Sammlern in Deutschland und der deutschen Schweiz gelang
Calderara nach 1960 der Durchbruch, und so werden in der Ausstellung hauptsächlich Werke aus Sammlungen aus diesen Ländern gezeigt.

Weitere Informationen: Kunstmuseum Winterthur

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