Berlinische Galerie, Vorschau 2016

Ausstellungsvorschau der Berlinischen Galerie für 2016museum-moderne-kunst-berlin_logo_weiss

Heidi Specker – IN FRONT OF
Fotografien 2005/2015
11.03. – 11.07.2016
Eröffnung: 10.03., 19 Uhr

„In Front Of“ ist eine Serie von 70 Bildern, in denen Heidi Specker sich mit den Umständen und Bedingungen der Porträtfotografie auseinandersetzt. Statt dem gängigen Aufnahmekodex zu folgen, schuf sie in ihrem Atelier eine Atmosphäre, die es ermöglichte, die gegenseitigen Abhängigkeits- und Machtverhältnisse durchsichtig zu machen, die während einer Porträtsitzung zwischen Fotograf und Modell entstehen. Aus dieser Verweigerungshaltung gegenüber einer auf Repräsentation und Selbstdarstellung angelegten konventionellen Porträtfotografie entstanden Bilder, die in ihrer Beiläufigkeit und Sperrigkeit die Frage provozieren, wieweit man einem Menschen überhaupt nahe kommen und seine Persönlichkeit erfassen kann.

Im zweiten Teil der Ausstellung wird ihre 2003/04 entstandene Arbeit „Im Garten“ gezeigt. Diese mutet an wie ein Spaziergang durch die Stadt, bei dem über parallele Strukturen und über das Miteinander von Natur und Kultur nachgedacht wird.

Heidi Specker gehört zu den wichtigen Vertreterinnen zeitgenössischer Fotografie. Die Ausstellung in der Berlinischen Galerie ist ihr bisher größter Einzelauftritt in einem Museum.

Ausstellung und Katalog werden ermöglicht durch den Hauptstadtkulturfonds.

Erwin Wurm
15.04. – 22.08.2016
Eröffnung: 14.04., 19 Uhr

Erwin Wurm (*1954) war 1987 Stipendiat des DAAD-Künstlerprogramms. Die Zeit in Berlin fällt mit einer Phase der Neudefinition seines Werks zusammen: Seit Ende der 1980er Jahre lotet er die Grenzen zwischen Skulptur, Objekt und Performance aus.

Ein Hauptwerk der Ausstellung ist das „Narrow House“, ein detailgetreuer Nachbau seines Elternhauses – verengt auf eine Breite von knapp über einem Meter. Die Enge der Provinz wird so sprichwörtlich für den Besucher erfahrbar, der das Haus betreten kann. Ergänzt wird die Ausstellung durch mehrere „One Minute Sculptures“: Handlungsansweisungen des Künstlers verleiten den Besucher dazu, mithilfe alltäglicher Objekte ungewöhnliche Posen einzunehmen und so für kurze Zeit zur lebenden Skulptur zu werden. Der dritte Teil der Präsentation widmet sich erstmals ausführlich dem zeichnerischen Werk Erwin Wurms.

Ausstellung und Katalog werden ermöglicht durch den Hauptstadtkulturfonds und den Förderverein Berlinische Galerie e.V.

Visionäre der Moderne
Paul Scheerbart, Bruno Taut, Paul Goesch
15.04. – 31.10.2016
Eröffnung: 14.04., 19 Uhr

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Architekturvisionen und Zeichnungen dreier Visionäre des frühen 20. Jahrhunderts. Der Schriftsteller, Dichter und Erfinder Paul Scheerbart (1863-1915) konnte um 1914 den jungen Architekten Bruno Taut (1880-1938) für seine Ideen, mit farbigem Glas zu bauen begeistern. Paul Goesch (1885-1940), ausgebildeter Architekt, schuf hunderte von phantastischen Zeichnungen. Er zählte zu jenem berühmten Forum für utopisches Bauen, dem 1919 von Taut ins Leben gerufenen Briefzirkel „Die Gläserne Kette“. Die neue Kunst der jungen Weimarer Republik, deren Wirtschaft daniederlag, sollte sich aus den verschiedensten Quellen speisen, die Bauten gläsernen Grotten oder galaktischen Luftschlössern ähneln, gerade weil es kaum Mittel zum Bauen gab. „Träumer, Phantasten, Visionäre“ […] das ist letzten Endes das, was wir wollen: die Utopie!“ formulierte der Architekt Walter Gropius damals begeistert.

Die Ausstellung vereinigt etwa achtzig überwiegend noch nie gezeigte farbige Aquarelle von Paul Goesch aus der Sammlung der Berlinischen Galerie mit Zeichnungen und Texten Paul Scheerbarts, Bruno Tauts und weiterer Mitglieder der Gläsernen Kette.

DADA Afrika
05.08. – 07.11.2016
Eröffnung: 04.08., 19 Uhr

Die Entstehung des Dadaismus jährt sich 2016 zum 100. Mal. Mit einem breiten Spektrum neuer Ausdrucksformen und ästhetischer Strategien prägten die Dadaisten maßgeblich die Kunstentwicklung im 20. Jahrhundert. Anlässlich dieses Jubiläums beleuchtet die Berlinische Galerie erstmals die dadaistische Rezeption außereuro-päischer Kunst. Kooperationspartner ist das Museum Rietberg in Zürich, eines der bedeutendsten deutschsprachigen Museen zur Weltkunst. In fünf Sektionen werden rund 120 Werke aus nationalen und internationalen Sammlungen präsentiert. Dadaistische Arbeiten treten in unmittelbaren Dialog mit afrikanischen, asiatischen und ozeanischen Artefakten. Die Schau zeigt, wie sehr sich die Dadaisten auf außereuropäische Kunst bezogen, um neue ästhetische Wege zu beschreiten. DADAs revolutionäre Attacken auf den tradierten Kunst- und Kulturbegriff des frühen 20. Jahrhunderts eröffnete schon damals einen „neuen Blick“ auf das Andere. Vor diesem Hintergrund versteht sich die Ausstellung „DADA Afrika“ nicht zuletzt als musealer Beitrag zu den aktuellen Diskussionen über den Umgang mit fremden Kulturen.

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Museum Rietberg in Zürich.

Sie wird ermöglicht durch die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.

Unter Schirmherrschaft Ihrer Exzellenz Christine Schraner Burgener, Schweizerische Botschafterin in der Bundesrepublik Deutschland.

GASAG Kunstpreis 2016
September 2016 – April 2017
Eröffnung im Rahmen der Berlin Art Week 2016

Der GASAG Kunstpreis 2016 geht an Andreas Greiner. Der 1979 in Aachen geborene und in Berlin tätige Künstler wird für die Eingangshalle der Berlinischen Galerie eine Ausstellung entwickeln, die im Rahmen der Berlin Art Week 2016 eröffnet wird.

Der GASAG-Kunstpreis wird 2016 zum vierten Mal in Kooperation mit der Berlinischen Galerie vergeben. Mit dem Preis wird alle zwei Jahre herausragende künstlerische Positionen an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Technik geehrt. Bisherige Preisträger waren Susanne Kriemann (2010), Tue Greenfort (2012) und Nik Nowak (2014).

Hannah-Höch-Preis 2016 und Hannah-Höch-Förderpreis 2016
25.11.2016 – 10.04.2017

Mit dem Hannah-Höch-Preis zeichnet das Land Berlin seit 1996 eine bildende Künstlerin/einen Künstler für ihr/sein hervorragendes künstlerisches Lebenswerk aus, das von einer kontinuierlichen, qualitativ hochwertigen künstlerischen Leistung geprägt ist und der/die seinen/ihren Arbeits- und Lebensmittelpunkt in Berlin hat. Der Name „Hannah-Höch-Preis“ dient der Erinnerung an die Künstlerin Hannah Höch, die als weltberühmte Dadaistin dem Preis seinen Glanz verleiht. Der Hannah-Höch-Preis ist der bedeutendste Berliner Preis auf dem Gebiet der Bildenden Kunst und wird seit dem Jahr 2014 gemeinsam mit dem Hannah-Höch-Förderpreis im Abstand von zwei Jahren verliehen.

Sammlungspräsentation: Kunst in Berlin 1880 – 1980

Die Ausstellung der Sammlung präsentiert sich als facettenreicher Rundgang. Er reicht von der großbürgerlich geprägten Malerei der Kaiserzeit Ende des 19. Jahrhunderts über Werke des Expressionismus und der osteuropäische Avantgarde bis hin zur Architektur der Nachkriegsmoderne sowie der Heftigen Malerei der Siebziger Jahre. Entsprechend der interdisziplinären Ausrichtung der Sammlung treten Hauptwerke aus Malerei, Grafik, Skulptur, Fotografie und Architektur, die charakteristisch sind für den Kunststandort Berlin, in einen lebendigen Dialog. Die neue Präsentation würdigt die jüngsten Zuwächse der Sammlung: Darunter Werke aus dem Umkreis der Berliner Secession, die durch die gemeinnützige Dr. Jörg Thiede-Stiftung ins Haus gekommen sind. Neu zu entdecken gilt es auch das Werk des expressionistischen Malers Benno Berneis aus einer privaten Schenkung.

Künstler (Auswahl): Anton von Werner, Max Liebermann, Walter Leistikow, Lesser Ury, Ludwig Meidner, Benno Berneis, Oskar Kokoschka, Rudolf Belling, Iwan Puni, Naum Gabo, El Lissitzky, Otto Bartning, Marta Astfalck-Vietz, Erich Salomon, Jeanne Mammen, Felix Nussbaum, Hans Uhlmann, Karl Hofer, Werner Heldt, Robert Capa, Heinz Hajek-Halke, Hermann Henselmann, Fred Thieler, Georg Baselitz, Rainer Fetting, Michael Schmidt, Ralf Schüler und Ursulina Schüler-Witte.

Ausstellungsarchitektur und Farbgestaltung: david saik studio

Gartenparade

Gärten für die Berlinische Galerie – atelier le balto
Vor dem Museum entwickeln sich Gärten nach Entwürfen der Landschaftsarchitekten atelier le balto. Ausgehend von der Holzbohle, die in den zahlreichen Baustellen dieser Stadt eine zentrale Rolle spielt und in Frankreich sogar „la berlinoise“ heißt, sind die Beete eine Hommage an unsere sich ständig wandelnde Stadt.
Realisierung mit freundlicher Unterstützung der Hans und Charlotte Krull Stiftung und der BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH.
Ignacio Uriarte. „Acht Stunden zählen”

Soundinstallation

Ignacio Uriarte (* 1972) entwickelt in dieser Soundinstallation seine Beschäftigung mit den Routinen des Büroalltags weiter: Im Eingangsbereich des Museums ist die monotone Stimme eines Mannes zu hören, der acht Stunden lang konstant zählt. Die Arbeit reflektiert auch den Zusammenhang zwischen Zeit als abstrakter Größe und Sprache als Möglichkeit, diese zu gliedern und definieren.

Realisierung mit freundlicher Unterstützung der Ilse-Augustin-Stiftung.

wWw.BERLINISCHEGALERIE.DE

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