Calder to Kelly – Die amerikanische Sammlung im Kunstmuseum Winterthur

In den vergangenen Jahrzehnten entstand im Kunstmuseum Winterthur eine Sammlung neuerer amerikanischer Kunst, die nun erstmals umfassend im ganzen Haus gezeigt wird. Der Ausstellungstitel nennt die Namen von Alexander Calder und Ellsworth Kelly, amerikanische Künstler, deren Werk von Aufenthalten in Paris geprägt ist, und schlägt so eine Brücke zur französisch inspirierten Sammlung des Winterthurer Museums.
Anlass für diese grosse Ausstellung ist der für Ende Juni anstehende Rücktritt von Dieter Schwarz, der als Direktor des Kunstmuseums Winterthur diese Sammlung konzipiert und aufgebaut hat.

Die Sammlung beginnt mit der abstrakten Malerei der 1960er Jahre. Der Umbruch, der sich damals in New York abspielte, lässt sich an den Bildern von Philip Guston, Ellsworth Kelly, Brice Marden, Agnes Martin, Robert Mangold und Robert Ryman beobachten. Von da aus richtet sich der Blick auf die vielfältigen Entwicklungen der nachfolgenden Jahrzehnte, insbesondere auf die Skulptur. Dabei stand der Gedanke im Vordergrund, wenn immer möglich grössere Werkensembles aufzubauen, um nicht in die Breite, sondern in die Tiefe zu sammeln. So sind etwa Carl Andre, Richard Artschwager, Jo Baer, James Bishop, John Chamberlain, Philip Guston, Eva Hesse, Roni Horn, Rita McBride, Robert Mangold, Sylvia Plimack Mangold, Matt Mullican, David Rabinowitch, Fred Sandback, Joel Shapiro, Richard Tuttle und Lawrence Weiner mit mehreren Werken in der Sammlung vertreten. Damit sind einige der herausragenden Persönlichkeiten genannt, welche die neuere Geschichte der amerikanischen Kunst mitgestaltet haben. In der Sammlung geht es denn auch primär um Persönlichkeiten und nicht um die Dokumentation von Strömungen. Auch einige weniger bekannte Einzelgänger haben darin deshalb ihren Platz wie Forrest Bess und Myron Stout oder die aus Deutschland emigrierte Ruth Vollmer. Mit ihren Werken verleihen sie der Winterthurer Sammlung ihren besonderen Charakter.

Einen wichtigen Platz nehmen die Arbeiten auf Papier ein, denn das Kunstmuseum Winterthur hat in den vergangenen Jahrzehnten auch diesem Sammlungsbereich grosse Aufmerksamkeit geschenkt. Die Tradition der Zeichnung ist in der amerikanischen Kunst lebendig geblieben, und die Blätter von Sam Francis, Myron Stout, Mark Tobey und Philip Guston ebenso wie diejenigen von James Bishop, Vija Celmins, Dan Flavin, Robert Mangold, Dorothea Rockburne zeugen davon. Besonderer Wert wurde auf die zeichnerischen Arbeiten von Bildhauern gelegt, denn nicht nur David Smith, sondern auch Richard Artschwager, John Chamberlain, Roni Horn, Fred Sandback und Joel Shapiro haben originäre Beiträge zur Zeichenkunst geliefert. Eine besonders schöne Zeichnungsgruppe besitzt das Museum von Richard Tuttle.

© Calder Foundation, New York / 2017, ProLitteris, Zurich
© Fairweather & Fairweather LTD / 2017, ProLitteris, Zurich

Mehr unter www.kmw.ch

Beitrag kommentrieren