Coalmine Winterthur: Uwe H. Martin – LandRush – Dry West (© Art-TV)

Die COALMINE präsentiert die Jurypreise des Greenpeace Photo Award 2014 in Zusammenarbeit mit Greenpeace und in Medienpartnerschaft mit GEO.

Satelliten-Ausstellung in der Photobastei in Zürich: 3. März bis 3. April 2016, Sihlquai 125, Zürich

Kalifornien leidet unter einer historischen Dürre, der Colorado River, Lebensader des amerikanischen Westens, trägt zu wenig Wasser. Was bedeutet das für Land und Mensch? Der Fotograf Uwe H. Martin sucht fotografische Antworten.

Uwe H. Martin arbeitet seit 2011 zusammen mit Frauke Huber an einem kollaborativen Projekt mit dem Titel «LandRush». In einer Serie dokumentarischer Filme, interaktiver Apps sowie räumlicher Installationen hinterfragt LandRush die Formen moderner Agrikultur und deren Auswirkungen auf Natur und Bewohner. Die COALMINE zeigt in ihren Räumen in Winterthur erstmals das neuste Kapitel von LandRush mit dem Titel «Dry West» (2014/15). In einem Satelliten in der Photobastei in Zürich wirft sie zudem ein
Licht auf die vier weiteren Kapitel «The Road – Brasilien», «The Farm – Äthiopien», «Family Affairs – Iowa» und «Full Circle – Mecklenburg Vorpommern». Das fünfteilige Projekt LandRush wird damit umfassend vorgestellt.

In ihrem multimedialen Reportage-Projekt LandRush untersuchen Uwe H. Martin und Frauke Huber die globalen Gemeingüter Wasser, Saatgut und Land im Spannungsfeld zwischen Ernährungssicherung, Energieproduktion und schwindenden Ressourcen. In ihren bisherigen Feldstudien haben sie auf jeweils zweimonatigen Reisen die Landinvestitionen im Gambela Nationalpark («The Farm – Äthiopien», 2011/12), den Soja-Highway im brasilianischen Mato Grosso («The Road – Brasilien», 2012), die Ethanolproduktion in den USA («Family Affairs – Iowa», 2013/14) und die ökologische Landwirtschaft in Ostdeutschland («Full Circle – Mecklenburg Vorpommern», 2014/15) dokumentiert. Einblick in die vier ersten Kapitel dieser gross angelegten Recherche gibt eine multimediale Rauminstallation in der Photobastei.

Im fünften und neusten Kapitel ihres LandRush-Projekts mit dem Titel «Dry West» dokumentiert Uwe H. Martin die historische Dürre im Westen der USA. Der erste Teil von Dry West zeigt die Auswirkungen der Dürre auf die Landwirtschaft im kalifornischen Central Valley, in dem etwa 25 Prozent aller Lebensmittel der USA produziert werden – in einer Wüste, die durch ein komplexes Kanalsystem aus der Sierra Nevada bewässert wird. Im zweiten Teil konzentriert sich Uwe H. Martin auf den Colorado, der auch als American Nile und Lebenslinie des trockenen Westens bezeichnet wird. Er ist die wichtigste Wasserquelle für fast 40 Millionen Menschen in Kalifornien, Arizona, Nevada, New Mexico, Wyoming, Utah und Colorado. Dank seines Wassers gedeihen etwa 15 Prozent der US-weit angebauten Nahrungspflanzen. Die Dürre macht die Schwächen einer Agrarindustrie sichtbar, die nicht aufeiner nachhaltigen Bewirtschaftung des Lands beruht, sondern auf industrialisierter Ausbeutung. So sehr die Dürre ein Naturereignis ist, so sehr zeugt sie von der Hybris des Fortschrittsglaubens und der Kurzsichtigkeit der Menschen.

Die Ausstellung wird von Alexandra Blättler und Sascha Renner kuratiert. Sie wird unterstützt von der Stanley Thomas Johnson Stiftung und der Photobastei.

Biografie
Uwe H. Martin (*1973, lebt und arbeitet in Hamburg) studierte Fotojournalismus an der Fachhochschule
Hannover und an der Missouri School of Journalism. Heute arbeitet er als freier Fotograf und als Multimedia-Produzent beim Bombay Flying Club. Daneben unterrichtet er weltweit Fotografie und Multimedia Storytelling, unter anderem an der HFK Bremen, der Akademie für Publizistik in Hamburg und im Camera-Arts-Programm der Hochschule Luzern. Für seine Arbeit wurde er unter anderem mit dem Deutschen Reporterpreis und dem Deutschen Medienpreis Entwicklungspolitik ausgezeichnet.

Zum zweiten Mal präsentiert die COALMINE die Preisträger des Greenpeace Photo Awards in Zusammenarbeit mit Greenpeace. In Medienpartnerschaft mit dem Reportagemagazin GEO wurde der Greenpeace Photo Award 2014 zum Thema Umwelt öffentlich ausgeschrieben. Nicht fertige Fotoarbeiten wurden gesucht, sondern noch nicht veröffentlichte Fotoprojekte in Arbeit. Die Jurypreise à je 10 000 Euro wurden von einer hochkarätigen Fachjury (Peter Pfrunder, Direktor der Fotostiftung Schweiz, Ingo Taubhorn, Kurator Deichtorhallen Hamburg, Ruth Eichhorn, Bildchefin GEO) an Uwe H. Martin und Dmitrij Leltschuk vergeben.

Produktion: © Art-TV

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