Das Marta Herford Jahresprogramm 2018

(Presseinformation)

8. RecyclingDesignpreis: Kilian Frieling: exlibris, 2017, Papier, Bio-Expoxid Harz, Stahl, Farbe © Der Künstler

8. RecyclingDesignpreis – Ausgezeichnete Ideen
28.01. – 22.04.17 (Lippold-Galerie), Eröffnung: So 28.01. um 11.30 Uhr
Der RecyclingDesignpreis widmet sich zum achten Mal aktuellen Entwicklungen auf dem Gebiet des nachhaltigen Designs. Zu sehen sind fantasievolle und funktionale Produktentwürfe, die als originelle Neunutzungen längst ausgedienter Gegenstände und durch den erzählerischen Charme gebrauchter Oberflächen überzeugen. Auf der Suche nach dem verborgenen Sinn weggeworfener Dinge sind den Ideen dabei kaum Grenzen gesetzt. Die Ausstellung in der Lippold-Galerie präsentiert die von einer Fachjury prämierten innovativen Entwürfe, ausgewählt aus mehreren hundert Einreichungen aus der ganzen Welt. Im Rahmen der Ausstellungseröffnung werden die PreisträgerInnen ausgezeichnet.
Das Projekt wird verantwortet vom Arbeitskreis Recycling e.V. Herford.

Ausbruch aus der Fläche – Das Origami-Prinzip in der Kunst
24.02. – 03.06.18 (Gehry-Galerien), Eröffnung: Fr 23.02. um 19.30 Uhr
Die Welt besteht aus komplexen Falttechniken, Biegungen und Knautschungen. Blütenknospen, Flügel, das Gehirn und sogar die DNA bieten natürliche Faltvorlagen, welche die Menschen seit Jahrhunderten als Gestaltungsmittel und für Entwicklungen in Wissenschaft und Technik nutzen. Von Künst-lerInnen wird das Origami-Prinzip aufgegriffen, reflektiert und weitergedacht. Die unendlichen Möglichkeiten der Verformung einer Fläche zum dreidimensionalen Objekt verbinden Ordnung und Chaos, Planung und Zufall. Es entstehen filigrane Objekte, Raumbesetzungen oder Denkräume zwischen Sinnlichkeit und Geometrie, aufbäumender Haltung und kollabierender Form.

Ernst Caramelle: Ernst Caramelle: Ohne Titel, 2011, Art Unlimited, / Art Basel 42 © Der Künstler

Ernst Caramelle – very angenehme Konzeptkunst
13.05. – 26.08.17 (Lippold-Galerie), Eröffnung: So 13.05. um 11.30 Uhr
Realität oder Illusion? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Œuvres von Ernst Caramelle. Der 1952 in Tirol geborene documenta-9-Künstler gilt als bedeutender Vertreter der Konzeptkunst und ist mit seinen Werken in den weltweit wichtigsten Sammlungen (u.a. MoMA New York, Wiener Albertina) vertreten. Seine rätselhaften Wandgemälde täuschen Dreidimensionalität und räumliche Tiefe vor, sodass die Grenzen zwischen dem Ausstellungsraum und der bemalten Fläche verschwimmen. Caramelles wandmalerische Eingriffe versetzen die vorhandene Architektur scheinbar in Bewegung und konfrontieren den Betrachter mit einer räumlichen Illusion zur Glaubhaftigkeit des Sichtbaren.

Willkommen im Labyrinth: Peter Kogler: Ohne Titel, Astana Contemporary Art Center, Artists & Robots, 2017, Digitaldruck auf Vinyl, Maße variable © Der Künstler

Willkommen im Labyrinth – Künstlerische Irreführungen
23.06. – 23.09.18 (Gehry-Galerien), Eröffnung: Fr 22.06. um 19.30 Uhr
Vom Ornament über den Barockgarten bis zum Spiegelkabinett: Als bewusste räumliche Irreführun-gen dienen Labyrinthe oftmals der Unterhaltung. Obwohl sie die Orientierung nehmen, beruhen sie auf einer verborgenen Ordnung, die sich erst aus der Vogelperspektive offenbart. Der Verlust von Übersichtlichkeit scheint in der globalisierten Welt ein allgegenwärtiges, existentielles Thema zu sein. Das Labyrinthische beschäftigt daher auch aktuelle KünstlerInnen – ganz gleich, ob als Symbol für einen Lebensweg, als Abbild städtebaulicher Strukturen oder als Metapher für den Datenverkehr. Für die Ausstellung verwandeln sie das Innere des Museums in einen inspirierenden Parcours, der das Labyrinthische als Denkfigur präsentiert und sich zugleich als die Sinne herausfordernde Kör-pererfahrung darstellt.

Kreaturen nach Maß – Tiere und Gegenwartsdesign
16.09.18 – 06.01.19 (Lippold-Galerie), Eröffnung: So 16.09. um 11.30 Uhr
Tiere sind seit jeher wichtige Begleiter des Menschen – ob als Nahrungsmittel, wissenschaftliches Versuchsobjekt, Jagdtrophäe oder Spielkamerad. Wenn sie heute als Organspender für Menschen dienen oder im Labor gezüchtet werden, stellt sich jedoch die Frage, ob es sich bei diesen „Kreatu-ren“ überhaupt noch um Tiere handelt. Für DesignerInnen eröffnet sich in der Tier-Mensch-Beziehung ein breites Tätigkeitsfeld. Auf der Suche nach dem „richtigen Maß“ gestalten sie Produkte für Tiere und forschen nach Möglichkeiten, tierische Rohstoffe und sogar das Tier selbst zu ersetzen. Zugleich entwerfen die DesignerInnen Szenarien, die in die Zukunft blicken lassen.

In Kooperation mit Tanja Seiner, München.

Brisante Träume – Die Kunst der Weltausstellung
13.10.18 – 10.02.19 (Gehry-Galerien), Eröffnung: Fr 12.10. um 19.30 Uhr
1851 eröffnete im legendären Kristallpalast im Londoner Hyde Park die erste Weltausstellung. Seit-dem hat sie sich zu einem geschichtsträchtigen Spektakel rund um nationale Leistungen, Visionen und Ideologien entwickelt. Auch die Künste spielten bei diesen bis heute immer aufwändiger inszenierten Großveranstaltungen eine wichtige Rolle. KünstlerInnen und ihre Werke treten gleicherma-ßen als Botschafter und Propagandisten, als freigeistige Akteure und instrumentalisierte Landesver-treter auf. Bildgewaltig und in dichter Atmosphäre wird diese Doppelausstellung zeitgleich mit dem Kunstmuseum Ahlen fünf exemplarische Expos neu zum Leben erwecken. Zeitgenössische Künstle-rInnen rücken die packenden Themen wiederum in aktuelle Kontexte und werfen Fragen nach der Funktion von Kunst in der Gesellschaft auf.

In Kooperation mit Thomas Schriefers, Köln.

Aktivitäten im Marta-Atelier

Auch 2018 bietet Marta Herford mit seinen wechselnden Ausstellungen immer wieder neue Anlässe zur Begegnung mit zeitgenössischer Kunst. Die vom pädagogischen Team ausgearbeiteten Vermitt-lungsangebote reichen von öffentlichen Führungen an den Wochenenden bis hin zu kreativen Workshops im Marta-Atelier. Im kommenden Jahr werden weiterhin die Angebote im Kita- und Schulbereich einen wesentlichen Aspekt der Vermittlungsarbeit bilden. Dazu gehören neben Ge-sprächsführungen, in denen die aktuelle Ausstellung oder die Architektur erkundet werden, auch Aktionsführungen und Workshops im Atelier, die Kinder und Jugendliche zu selbstständiger Auseinandersetzung mit Werken und eigener ästhetischer Praxis motivieren. Enge Kooperationen mit Kitas, Schulen und Vereinen aus der Region bereichern das jährliche Angebot und tragen zum lebendigen Austausch im und um das Museum bei.

Wie auch im vergangenen Jahr wird die Vermittlungsarbeit 2018 direkt in eine der Gehry-Galerien verlegt: In „Ausbruch aus der Fläche – Das Origami-Prinzip in der Kunst“ wird gemeinsam mit der Künstlerin Erika Hock ein Raum entwickelt, in dem BesucherInnen selbst kreativ und aktiv werden können und der eine lebendige Plattform für Workshops und Gespräche bietet.

Mehrmals im Jahr ermöglichen spezielle Führungen auch blinden und sehbehinderten Menschen den direkten Kunstgenuss über lebendige Bildbeschreibungen, die durch ausgewählte Gegenstände zum Anfassen ergänzt werden. Durch die Ergänzung eines neuen Führungsformats „Im Marta mit…“, das als öffentlicher dialogischer Rundgang angelegt ist, wird die Perspektive der KuratorInnen durch die eines eingeladenen Experten in Anlehnung an das Ausstellungsthema ergänzt.

Zu ausgewählten Themen werden darüber hinaus Einzelveranstaltungen angeboten:
Zum 8. RecyclingDesignpreis finden in Kooperation mit dem Arbeitskreis Recycling e.V. Herford Workshops mit renommierten Kooperationspartnern statt. Upcycling ist ein großes Thema der Aus-stellung sowohl beim offenen Workshop zum Möbelbau mit Tiny House University Gründer Van Bo Le-Mentzel als auch im Fashion Recycling Workshop in Zusammenarbeit mit den Designerinnen von redesign (Hamburg).

Seit 2010 ist darüber hinaus die Koordinationsstelle des KulturScouts-Projekts an den Marta Bereich „Bildung und Vermittlung“ angeschlossen. Damit wird einer großen Zahl von SchülerInnen aus der Region OWL die lebendige Vielfalt hiesiger Kultureinrichtungen zugänglich gemacht und die Nutzung kultureller Bildungsorte ermöglicht. Finanziert wird das Projekt aus Fördermitteln des Landes und der Kreise.

Begleitprogramm im Marta

Mehr über Kunst, Design und Architektur erfahren, miteinander ins Gespräch kommen oder im Mu-seum Künstler persönlich treffen – das vielseitige Rahmenprogramm eröffnet den Besuchern tiefere Einblicke in die jeweiligen Ausstellungsthemen und bietet gezielt für die unterschiedlichen Altersgruppen ausgearbeitete pädagogische Angebote. Künstlergespräche, Diskussionsveranstaltungen, Vorträge, Sonderführungen, Performances, musikalische Darbietungen und Ak-tionstage laden dazu ein, Marta Herford in seiner Besonderheit zu erfahren: als einen anregenden Ort des Austausches und des Experiments.

Sonderführungen mit den Ausstellungsmachern
Jeweils am ersten Dienstag im Monat führen der Marta-Direktor oder die Marta-Kuratoren durch die jeweiligen Ausstellungen und vermitteln aufschlussreiche Hintergrundinformationen.

Letzte Blicke
Immer zum Abschluss einer Ausstellung findet der beliebte Ausstellungsrundgang mit Roland Nach-tigäller statt: An diesen Sonntagnachmittagen haben die Besucher Gelegenheit, noch einmal einem sehr persönlichen Blick des Marta-Direktors auf die endende Ausstellung zu folgen.

Marta delikat
Diese fest etablierte Veranstaltungsreihe – ein Abend mit Kunst und Kulinaria – beginnt jeweils mit einem abendlichen Rundgang durch die großen Ausstellungen des Hauses und endet bei einem ge-meinsamen Essen in der „kupferbar im Marta“. [In Zusammenarbeit mit der Neuen Westfälischen Zeitung]

Marta21
Ein abendlicher Museumsbesuch mit abwechslungsreichem Veranstaltungsprogramm ist an jedem ersten Mittwoch eines Monats im Marta Herford zu erleben. Bis 21 Uhr sind die Ausstellungen an diesem Tag geöffnet, ab 18 Uhr gilt zudem freier Eintritt für alle. Die Marta Kunstsprecher informie-ren die Besucher in einzelnen „Kunstmomenten“ über ausgewählte Werke und Themen. [Mit freundlicher Unterstützung der Sparkasse Herford]

Marta philharmonisch
Seit ihrem fulminanten Auftakt Ende 2013 und weiteren abwechslungsreichen Veranstaltungen führt diese Reihe, eine Kooperation von Marta Herford und der Nordwestdeutschen Philharmonie, auch 2018 die Begegnung von Kunst und Musik in einer besonderen Matinee weiter.

Stadt und Vision – Herforder Architekturgespräche
Diese seit 2013 erfolgreich laufende Veranstaltungsreihe mit jeweils hochkarätigen ReferentInnen thematisiert Ideen und Visionen des Lebens in der Stadt sowie aktuelle Fragen zu Architektur und Städtebau: Beginnend mit einem Impulsvortrag eines namhaften Architekten schließt sich stets eine lebhafte Diskussion mit Vertretern der örtlichen Architektenszene und dem Publikum an. [In Koope-ration mit dem Bund Deutscher Architekten, BDA OWL]

Schüler- und Studenten-Special

Am Dienstagnachmittag von 16 bis 18 Uhr und an jedem ersten Mittwoch im Monat zu „Marta21“ haben Schüler und Studenten im Museum freien Eintritt.

Internationaler Museumstag, Herforder Kulturnacht und Anderes
Marta Herford nimmt die nationalen und internationalen Aktionstage regelmäßig zum Anlass für besondere Angebote: ein vielseitig gestaltetes Programm mit Führungen, Marta-Kunstsprechern, Film-, Literatur-, Vortragsveranstaltungen oder künstlerischen Beiträgen. Gerade für die jüngeren BesucherInnen gibt es spezielle Programme mit Workshops, Aktionen und Mitmach-Stationen im Marta-Atelier oder direkt im Museum.

 

Mehr unter www.marta-herford.de 

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