Deutsche Forschungsgemeinschaft ermöglicht Digitalisierung des historischen Archivs im Ethnologischen Museum

DFG ermöglicht Digitalisierung des historischen Archivs im Ethnologischen Museum

(Presseinformation) Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ermöglicht die Digitalisierung des historischen Archivs im Ethnologischen Museum der Staatlichen Museen zu Berlin. Die Digitalisate sollen künftig über eine öffentliche Datenbank und Onlinebibliotheken wie die deutsche Digitale Bibliothek zugänglich sein.

Das Archiv dokumentiert die Entstehung und Entwicklung der größten Sammlungen ethnologischer Kunst und Kulturobjekte im deutschsprachigen Raum ab 1830. In vielen anderen deutschen Museen ist eine solche Dokumentation nicht vorhanden. Das Archiv stellt damit eine unschätzbare Forschungsquelle zur Geschichte der Ethnologie im deutschsprachigen Raum und die Provenienzforschung dar.

„Nicht nur für unsere eigenen Sammlungen hat dieses wichtige wie hochaktuelle Digitalisierungsprojekt Modellcharakter für künftige Vorhaben zur digitalen Verknüpfung von musealem Schriftgut und materiellem Erbe“, so Michael Eissenhauer, Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin. „Unser Dank gilt der DFG für die maßgebliche Unterstützung.“ Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz: „Mit diesem Projekt schaffen wir einen ortsunabhängigen, freien Zugang zum Archiv des Ethnologischen Museums – eine unabdingbare Voraussetzung für die internationale Forschung und wichtige Grundlage für Austausch und Kooperationen mit Herkunftsgesellschaften, wie sie auch im Humboldt Forum stattfinden werden.“

Digitalisiert werden alle Unterlagen bis zum Jahr 1947. Die rund 1300 fadengehefteten Aktenbände, 200 Bände sogenannter Hauptkataloge und 85 Bände mit Posteingangsjournalen können derzeit selbst vor Ort aus konservatorischen Gründen nur noch unzureichend konsultiert werden. Zu den historisch wertvollen Dokumenten gehören Schriftstücke zu Objekten aus der Königlichen Kunstkammer, Briefwechsel, Reisenotizen, Expeditionstagebücher, Karten und Zeichnungen. Sie dokumentieren den oft komplexen Erwerbungskontext der Sammlung.

Die frühesten gesammelten Ethnographica und Kunstgegenstände des Museums lassen sich bereits in der BrandenburgischPreußischen Kunstkammer des 17. Jahrhunderts nachweisen. Den größten Zuwachs erlebte die Sammlung Ende des 19. bzw. Anfang des 20. Jahrhunderts. Viele Objekte sind im Zusammenhang mit wissenschaftlichen Forschungsreisen, mit Militärexpeditionen und mit Missionsarbeiten – vor allem in den ehemaligen deutschen Kolonien – ins Museum gelangt.

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