Die silberne Lokomotive – Hanno Loewy im Gespräch mit Hans Thöni und Rudolf Hausherr

Hanno Loewy im Gespräch mit Hans Thöni (Ludesch) und Rudolf Hausherr (Bern).

Die silberne Lokomotive von Rudolf Gomperz, geerbt von seinem Großvater Heinrich Sichrovsky, war fast 75 Jahre lang verschollen. 1845 bekam Sichrovsky, Generalsekretär der Kaiser-Ferdinands-Nordbahn, das silberne Modell von seinen Mitarbeitern als Geburtstagsgeschenk. 1942 wurde Rudolf Gomperz deportiert und ermordet.

Seitdem war die Lokomotive eine Legende, in St. Anton genauso wie in Wien. Dazwischen lag eine exemplarische Geschichte europäisch-jüdischer „Assimilation“, ihre Einschreibung in wirtschaftliche, politische und kulturelle Aufbrüche der österreichischen Gesellschaft.

Hans Thöni war es, der 1976 St. Anton über die verdrängte Geschichte von Rudolf Gomperz, dem Pionier des modernen Skitourismus, aufgeklärt und Felix Mitterer zu seinem Drama „Kein schöner Land“ angeregt hat. Im Gespräch mit ihm entfaltet sich das Drama einer unglaublichen Wiederentdeckung.

Aktuelle Ausstellung

Übrig.

10. April bis 2. Oktober 2016

 

Ein Blick in die Bestände zum 25. Geburtstag des Jüdischen Museums
Seit 25 Jahren sammelt das Jüdische Museum Hohenems Zeugnisse jüdischer Geschichte in Vorarlberg, Tirol und im weiten Bodenseeraum – und damit eine exemplarische Geschichte der Diaspora. Zahlreiche Nachkommen von jüdischen Familien aus Hohenems sind noch heute mit diesem Ort ihrer eigenen Geschichte verbunden und fühlen sich zugleich als Weltbürger. Damit geben sie der Arbeit des Museums entscheidende Impulse.

Die Überlieferung ihrer Geschichte in der Sammlung des Museums schlägt vielfältige Brücken in unsere Gegenwart. In den letzten Jahren hat das Museum große Anstrengungen unternommen, diese wachsenden Bestände zu sichern und zu erschließen. Zugleich stehen Objekte, die ihren Weg ins Museum finden, für eine Unterbrechung in der Geschichte. Sei es, dass Familientraditionen nicht länger weitergegeben werden können, dass Objekte durch Orts- und Sprachwandel, Generationenbrüche und Zerstreuung heimatlos werden – oder Traditionen und Kontinuitäten gewaltsam zerrissen oder zerstört wurden. Manche Objekte sind aufgeladen mit einander widersprechenden Deutungen, Inbesitznahmen und Verleugnungen. Sie tragen Spuren der Verweigerung und der Ablehnung, wie das Grabmal eines jüdischen Zwangsarbeiters in Bregenz aus dem Jahr 1945, das von einem Bregenzer Friedhof zweimal geraubt und in die Bregenzer Ache entsorgt wurde.

Mit der Ausstellung „Übrig“ gibt das Museum Einblick in den Reichtum unterschiedlicher Formen des Erinnerns und Vergessens, dessen materielle Spuren die Sammlung des Museums bewahrt.

Kuratiert von Hanno Loewy und Anika Reichwald

Mitarbeit
Dinah Ehrenfreund-Michler, Raphael Einetter, Martina Häfele, Lea Oberbichler

Design
atelier stecher (Götzis), Roland Stecher und Thomas Matt

Vermittlung
Tanja Fuchs und Judith Niederklopfer-Würtinger

Organisation, Öffentlichkeitsarbeit
Birgit Sohler

Administration
Gerlinde Fritz

Aufbauteam
Gerda Kräutler, Gabi Wessin, Dietmar Pfanner,
Rosemarie Bahl, Ali Raza

Mahr auf jm-hohenems.at

Beitrag kommentrieren