Eröffnung „Oh… Jakob Lena Knebl und die mumok Sammlung“/“Hannah Black. Small Room“

Eröffnung der Ausstellungen „Oh… Jakob Lena Knebl und die mumok Sammlung“ und „Hannah Black. Small Room“ am 15. März 2017


Oh… Jakob Lena Knebl und die mumok Sammlung

Auf Schubladendenken lässt sich die Künstlerin Jakob Lena Knebl nicht ein, weder im Leben, noch in der Kunst. Entsprechend frei geht sie auch die Neuaufstellung der Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst im mumok an, die sie gemeinsam mit eigenen, neu konzipierten Arbeiten und Mut zum Exzentrischen präsentiert.
Knebl richtet ihr Interesse auf die klassische Moderne ebenso wie auf die 1970er-Jahre, eine Epoche der Utopien, gesellschaftlichen Visionen, aber auch sexuellen Experimente. Eine für sie charakteristische, raumgreifende Installation, in der Identitätskonstruktionen, Begehren und sinnliche Erfahrung eine große Rolle spielen, bestimmt die erste der zwei Ausstellungsebenen. Zusätzlich erscheint die Künstlerin als Avatar in einer digitalen, interaktiven Installation, in der Kunstwerke zu Akteur_innen werden. Die Besucher_innen können den Handlungsablauf verfolgen und mitgestalten. Auf der zweiten ihr zur Verfügung stehenden Ebene werden Wohnlandschaften, wie man sie aus Messen und Schaustellungen kennt, mit den Werken der Sammlung so verwoben, dass die Felder Kunst, Design und Mode beständig ihre Positionen tauschen. Momente der Klarheit wechseln sich mit Ungewissheit über Funktion und Zuordnung der präsentierten Objekte ab.


Hannah Black. Small Room

Für ihre Personale im mumok entwickelt Hannah Black eine Videoinstallation auf der Grundlage von Bildern, mit denen Prozesse innerhalb einzelner biologischer Zellen visualisiert werden. Die Ausstellung setzt sich mit Fragen der kollektiven Identität, der Abstraktion von „Leben“ sowie der Instrumentalisierung von Herkunft und Abstammung auseinander. Der Titel Small Room spielt mit der ambivalenten Bedeutung des Wortes „Zelle“, das einerseits als biologische Zelle, andererseits als Gefängniszelle verstanden werden kann.

Sprache, Ton und Bild sind in Blacks künstlerischer Praxis eng miteinander verknüpft. Ihr besonderes Interesse gilt Überschneidungen und Pattsituationen zwischen gesellschaftlichen Zwängen und erfahrungsbezogenen Darstellungen von Realität, Weltgeschichte und persönlicher Geschichte sowie der Frage, wie wir die Lücken dazwischen füllen. Dazu kombiniert sie autobiografische Momente mit theoretischem Material und vermittelt diese Elemente über eine zeitgenössische populäre Bildsprache und Musik.

Weitere Informationen: museum moderner kunst wien

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