Fotografen, Freundschaften und die einzigartige Sammlung Gruber: Renate Gruber erinnert sich

Beitrag oben: Lucia Moholy

Die Sammlung L. Fritz und Renate Gruber legte 1977 den Grundstein für die Sammlung Fotografie am Museum Ludwig. Ikonen der Fotogeschichte von Man Ray, Cecil Beaton oder August Sander breiten darin das Panorama der Fotokunst des 20. Jahrhunderts auf. Einzigartig ist die Sammlung Gruber aber nicht nur wegen der Fotografien, einzigartig ist auch die Entstehungsgeschichte der Sammlung. So waren es langjährige Freundschaften zu den Fotografinnen und Fotografen, die zur Entstehung der Sammlung führten. Renate Gruber teilt hier Ihre sehr persönlichen Erinnerungen an neunzehn Fotografen und eine Fotografin, die heute zu den bekanntesten des 20. Jahrhunderts zählen.

Lucia Moholy (* 18. Januar 1894 in Prag, † 17. Mai 1989 in Zürich) begann in den Jahren 1918/19 mit der Fotografie, als sie in der Künstlerkolonie Worpswede zu Gast war. In den 20er Jahren war mit ihrem Mann László Moholy-Nagy am Bauhaus in Dessau tätig. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten emigrierte sie über Paris nach London und arbeitete als Fotografin und Dozentin für Fotografie.
1959 siedelte sie in die Schweiz über, wo sie biografische Sammlungen herausgab und als freie Korrespondentin für Kunstzeitschriften arbeitete.
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Sir Cecil Walter Hardy Beaton CBE (* 14. Januar 1904 in London; † 18. Januar 1980 in Broadchalke, England) war ein britischer Fotograf, Bühnenbildner und Grafiker. Er zählt zu den bekanntesten Fotografen des 20. Jahrhunderts und wurde mit seinen glamourösen Porträts von Figuren aus Film, Literatur und Mode weltberühmt. Während des 2. Weltkriegs arbeitete er außerdem als Kriegsfotograf. Seine Aufnahmen der Zerstörung Londons prägten das Bild des „London Blitz“ in den Vereinigten Staaten.
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Carl-Heinz Hargesheimer (Künstlername: Chargesheimer) (* 19. Mai 1924 in Köln; † 31. Dezember 1971 oder 1. Januar 1972 ebenda) ist wohl der berühmteste Chronist Kölns. Neben Porträts von Personen des öffentlichen Lebens fotografierte er Reportagen über den Wiederaufbau, das alltägliche Leben in der Stadt und Regionen wie das Ruhrgebiet.
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Bill Brandt (* 3. Mai 1904 in Hamburg als Hermann Wilhelm Brandt; † 20. Dezember 1983 in London) war ein britischer Fotograf deutscher Herkunft. In den 1930er Jahren kam er nach London, wo er als Fotograf und Fotojournalist arbeitete. Schwerpunkt seiner Bilder war das Alltagsleben in Großbritannien während der Weltwirtschaftskrise. Nach dem 2. Weltkrieg widmete er sich vermehrt künstlerischen Landschafts-, Porträt- und Aktfotografien.
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Richard Avedon (* 15. Mai 1923 in New York City; † 1. Oktober 2004 in San Antonio, Texas) zählt zu den bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts. 1946 gründete er sein Studio in New York und lieferte fortan Porträtfotos für Magazine wie den New Yorker, Harper’s Bazaar, Vogue und andere. Als einer der ersten Fotografen verließ er für seine Aufnahmen das Studio und fotografierte Haute-Couture-Models in alltäglichen Umgebungen. Neben seinen Modefotografien ist er durch seine Porträtstudien berühmt geworden, er dokumentierte u.a. die Bürgerrechtsbewegung in den Südstaaten der USA, fotografierte in Kliniken, aber auch am Brandenburger Tor im Jahr des Mauerfalls.
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Henri Cartier-Bresson (* 22. August 1908 in Chanteloup-en-Brie, Frankreich; † 3. August 2004 in Montjustin, Provence) war ein französischer Fotograf, Regisseur, Schauspieler, Zeichner, Maler und Mitbegründer der Foto-Agentur Magnum. Er wurde berühmt für seine Reportage-Fotografie, die ihn in die ganzen Welt reisen ließ, angefangen von Frankreich, wo er zum Beispiel die Zeit der Besatzung den Rückzug der deutschen Truppen aus den französischen Kriegsgebieten dokumentierte, bis nach Indien, China, Mexico, Kuba und 1954 als einer der ersten westlichen Fotografen in die Sowjetunion.
Als das erste eines Fotografen überhaupt wurde sein Werk 1955 im Pariser Louvre ausgestellt.

Mehr zur Sammlung Fotografie des Museum Ludwigf unter museum-ludwig.de

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