»Fürstliche Geschenke – Prunkvasen aus Berlin und St. Petersburg« im Schloss Belvedere Weimar

Cornelia Irmisch zu den Ausstellungsstücken der Ausstellung. Die gezeigten Exponate entstanden in der Kaiserlichen Manufaktur St. Petersburg und in der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin. Es handelt sich um sechs prunkvolle großformatige Vasen und einen meisterhaft bemalten Porzellantisch, die als ausgewählte Geschenke um die Mitte des 19. Jahrhunderts nach Weimar gelangten.

Video: André Kühn

Über die Ausstellung

In der Ausstellung werden verschiedene Porzellane gezeigt, die zum einen aus der Kaiserlichen Manufaktur St. Petersburg stammen und zum anderen aus der Königlichen Porzellanmanufaktur Berlin.

Die Prunkvasen russischer Provenienz gelangten vermutlich um die Mitte des 19. Jahrhunderts in den Besitz des Weimarer Herzoghauses und zeigen Kopien nach berühmten Gemälden alter Meister aus der Leningrader Ermitage. In der Regierungszeit des Kaisers Nikolaus I. spezialisierte sich die Manufaktur auf große Bildervasen, um den Porzellanmalern für die meisterhafte Umsetzung der Vorlagen die benötigte großformatige Fläche zu bieten. Die sehr guten Beziehungen zwischen Großherzog Carl Alexander und dem russischen Kaiser Alexander II. werden durch eine umfangreiche Korrespondenz belegt, die auch nach dem Tode Maria Pawlownas 1859 weiterbestand. Eine monumentale Bildervase in Amphorenform mit einer Höhe von über 1.80 m datiert in das Jahr 1861 und zeigt das späteste Modell aus der Kollektion Petersburger Prunkporzellane.

Zwei monumentale Kratervasen stammen aus der Königlichen Porzellanmanufaktur Berlin und gelangten als Geschenke 1835 und 1841 an Carl Friedrich und Maria Pawlowna. Ein im März 1835 von König Friedrich Wilhelm III. von Preußen nach Weimar gesandtes Exemplar zeigt das vom Dach des Doms aufgenommene Panorama des Berliner Lustgartens. Die zweite Vase im gleichen Dekorationsschema gelangte 1841 nach Weimar und zeigt eine umlaufende, vom Babelsberg aus gesehene Ansicht von Potsdam. Besondere Bauten wie die Glienicker Brücke, das Marmorpalais, die Zichorienmühle und Schloss Glienicke sind in feiner Ausführung detailgetreu wiedergeben und bilden mit den zarten Staffagefiguren eine lebendige Momentaufnahme. Die Vasen sind als Ausdruck der engen Verbindung beider Dynastien zu sehen, heirateten doch die Töchter Maria Pawlownas und Carl Friedrichs Preußische Prinzen. Maria von Sachsen-Weimar-Eisenach wurde 1827 mit Prinz Carl von Preußen vermählt, ihre Schwester Augusta nahm zwei Jahre später Prinz Wilhelm von Preußen, zum Mann, wurde damit Königin von Preußen und 1871 Deutsche Kaiserin.

Abgerundet wird das Ensemble durch einen runden Porzellantisch aus der Königlichen Porzellanmanufaktur Berlin mit der allegorischen Darstellung der Nacht, die auf ein originales Marmorrelief von Berthel Thorvaldsen aus dem Jahr 1815 zurückzuführen ist. Die ausdrucksstarke, polychrome Malerei zeigt die Nacht mit ihren schlafenden Söhnen Hypnos und Thanatos. Zu datieren ist die Tischplatte aus Porzellan auf die Zeit nach 1834 und gelangte kurze Zeit später als Schenkung nach Weimar.

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