Gespräch mit Dr. Iris Groschek in der Gedenkstätte Bullenhuser Damm

Am Bullenhuser Damm 92 im Hamburger Stadtteil Rothenburgsort liegt die ehemalige Schule, in der die Gedenkstätte untergebracht ist. Das Gebäude und der Rosengarten gehören zur KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Am 20 April 1945 hat die SS hier 20 jüdische Jungen und Mädchen zwischen 5 und 12 Jahren ermordet. Mit ihnen wurden auch ihre vier Betreuer getötet.

In der Hamburger Langen Nacht der Museen setzt die Gedennkstätte einen Kontrapunkt zum fröhlichen Museumsfest. „Auch wir sind ein Museum und ich finde es wichtig, dass auch wir als Gedenkstätten Neuengamme und Bullenhuser Damm an der Langen Nacht teilnehmen, um unsere Geschichten weiterzugeben und unsere Thematiken in der Stadt präsent zu halten. Erstaunlich viele Menschen nutzen die Gelegenheit und kommen in der Langen Nacht das erste Mal hierher“, sagt Dr. Iris Groschek, Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.

Die Schule am Bullenhuser Damm war nach dem Krieg ein informeller Gedenkort überlebender Gefangener des KZ-Aussenlagers und ihrer Angehörigen. Im Jahr 1980 eröffnete auf private Initiative durch die „Vereinigung Kinder vom Bullenhuser Damm e.V.“ die Gedenkstätte Bullenhuser Damm. 1999 wurde sie in städtische Trägerschaft übernommen und der KZ-Gedenkstätte Neuengamme angegliedert. Der Hamburger stern-Journalist Günther Schwarberg hat die Geschichte der Kinder vom Bullenhuser Damm im 1979 erschinenen Buch „Der SS-Arzt und die Kinder vom Bullenhuser Damm“ recherchiert und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Mehr über die Gedenkstätte erfahrt Ihr unter www.kz-gedenkstaette-neuengamme.de/ausstellungen/bullenhuser-damm/.

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