Hamburger Kunsthalle: 15.000 Zeichnungen und Druckgraphiken aus dem Kupferstichkabinett online

Kunsthalle macht 15.000 Zeichnungen und Druckgraphiken aus dem Kupferstichkabinett über Website weltweit erreichbarDruck

Wichtiges Etappenziel in der der Online-Stellung erreicht

„Indem wir diese Schätze auf digitalem Wege jetzt weltweit zugänglich machen, kommen wir dem gesellschaftlichen Anspruch auf größtmögliche Teilhabe an Kulturgütern besser nach“, sagt Prof. Dr. Hubertus Gaßner, Direktor der Hamburger Kunsthalle. Der wertvolle Bestand an rund 4.000 Altmeisterzeichnungen sowie 11.000 italienischen Druckgraphiken (Einzelblätter und Graphiken aus Büchern) aus dem Zeitraum von ca. 1450 bis 1850 ist ab sofort online zugänglich. Das Besondere an den weltweit zur Verfügung stehenden 15.000 hochwertigen Bilddaten ist ihre Verknüpfung mit den dazugehörigen wissenschaftlich vollständig erfassten Objektdaten. Mit dem jetzt veröffentlichten Umfang, der Erfassungstiefe und der Qualität der Digitalisate nimmt die Hamburger Kunsthalle eine Vorreiterrolle unter den deutschen Museen ein.

Albrecht Dürer (1471-1528) Liebespaar, um 1492-94 Feder in Braun, 258 x 191 mm © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Christoph Irrgang
Albrecht Dürer (1471-1528)
Liebespaar, um 1492-94
Feder in Braun, 258 x 191 mm
© Hamburger Kunsthalle / bpk
Foto: Christoph Irrgang

Einen großen Gewinn für die Forschung stellt vor allem die digitale Veröffentlichung des kompletten Bestandes an Zeichnungen der deutschen, niederländischen und italienischen Schulen dar: Diese bislang nur in gedruckter Form publizierten Werke von Leonardo da Vinci, Raffael, Albrecht Dürer, Rembrandt und vielen anderen herausragenden Künstlern sind nun erstmals und komplett in Farbe digital zugänglich. Die Bereitstellung der italienischen Druckgraphik eröffnet ebenso breite Zugangsmöglichkeiten zu Werken, die größtenteils bisher nur in Expertenkreisen bekannt waren.

Das Kupferstichkabinett der Hamburger Kunsthalle zählt mit seinen ca. 130.000 Werken zu den reichsten Sammlungen seiner Art in Europa. Mit der Onlinestellung erreicht die Kunsthalle eine neue Öffentlichkeit und stärkt ihren Stellenwert in der Forschungsgemeinschaft, indem sie den wissenschaftlichen Austausch und die Zusammenarbeit fördert. Neben Wissenschaftlern profitieren von der weltweiten Vernetzung und erweiterten Teilhabemöglichkeit aber auch kunstinteressierte Privatpersonen. Die digitalen Bild- und Objektdaten sind über die Website www.hamburger-kunsthalle.de ohne Registrierung erreichbar und können in hoher Auflösung angeschaut werden. Die Suche nach den Werken ist nach diversen Kriterien möglich, wie zum Beispiel über die Freitexteingabe oder über die Suche nach Künstlernamen und Werktiteln. Geschäftsführer Dr. Stefan Brandt stellt das Projekt in den Gesamtzusammenhang der Modernisierungsmaßnahmen der Hamburger Kunsthalle:  „Das für die Modernisierungsphase geprägte Motto „Weiter offen“ ist damit auch für den künftigen digitalen Auftritt der Kunsthalle richtungsweisend“.

Das Digitalisierungsprojekt der Kunsthalle wurde von der Kulturbehörde unterstützt und kann auch in diesem Jahr mit Mitteln der Stadt Hamburg fortgesetzt werden. Kultursenatorin Prof. Barbara Kisseler betont die Bedeutung einer neuen Zugänglichmachung von Kultur über die Digitalisierung: „Die Onlinestellung dieses beträchtlichen Teils der Sammlung ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur ‚Digitalen Stadt‘.“

Die HERMANN REEMTSMA STIFTUNG unterstützte zunächst die zweijährige wissenschaftliche Erschließung des Bestandes der italienischen Druckgraphik und förderte anschließend die besonders aufwendige Digitalisierung von 7.000 Graphiken aus Büchern, von denen viele nun erstmals weltweit online verfügbar sind.

Den speziellen Anforderungen der Graphiken aus großformatigen Büchern konnte mit einer eigens konstruierten Buchwiege auf höchstem Niveau Rechnung getragen werden. Die weltweit einmalige „Hamburger Buchwiege“ hat der Förderverein des Kupferstichkabinetts DIE MEISTERZEICHNUNG finanziert. „Wir erleben, sagt dazu Dr. Sebastian Giesen, Geschäftsführer HERMANN REEMTSMA STIFTUNG, dass durch die weltweite digitale Verfügbarkeit von Sammlungsbeständen nicht etwa die Faszination für das Original nachlässt, sondern im Gegenteil: die Attraktivität eines Museums steigt. Kunstwerke können bestaunt, verglichen, erforscht und gezielt aufgesucht werden.“

Mit der Präsentation von 15.000 Werken ist der erste Schritt zur vollständigen Erschließung des Kupferstichkabinetts und der Kunstbibliothek nun erreicht. Kontinuierlich sollen weitere Bestände zur Verfügung gestellt werden.

Zeichnungen und Druckgraphiken können im Kupferstichkabinett der Hamburger Kunsthalle weiterhin nach vorheriger Anmeldung auch im Original betrachtet werden. Weitere Informationen unter www.hamburger-kunsthalle.de/

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