Hamburger Kunsthalle: MONATSVORSCHAU: März 2016 – mit Ausblick auf April 2016

Kunsthalle: MONATSVORSCHAUDruck

Eckersberg – Faszination Wirklichkeit
Das Goldene Zeitalter der dänischen Malerei

11. Februar bis 16. Mai 2016

Mit einer großen, erstmals außerhalb Dänemarks in Europa stattfindenden Retro- spektive zu Christoffer Wilhelm Eckersberg (1783–1853) würdigt die Hamburger Kunsthalle den bedeutendsten dänischen Maler der ersten Hälfte des 19. Jahrhun- derts. Eckersberg begründete in Rom die dänische Tradition der Freilichtmalerei. Durch seine progressive Verknüpfung von Tradition und Innovation, sowie von Klassizität und Wirklichkeitsnähe wurde er eine prägende Figur in der europäischen Kunstentwicklung jener Zeit. Die Ausstellung Eckersberg – Faszination Wirklichkeit umfasst mit rund 90 Gemälden sowie ca. 40 Zeichnungen und Druckgraphiken aus allen Schaffensphasen zugleich sämtliche Hauptwerke des Künstlers. Die Besuche- rinnen und Besucher erwarten Highlights der Kunstgeschichte wie Gruppenbildnis der Familie Nathanson oder Blick durch drei Bögen im dritten Stockwerk des Kolosseums.
Kuratorenführung und öffentliche Führungen zur Eckersberg-Ausstellung
Eckersbergs Bildwelten verbinden scheinbare Zufälligkeit und kalkulierte Konstruk- tion, Nüchternheit und Zauber. Gleichsam wie bildgewordene Augenblicke oder eingefrorene Momentaufnahmen anmutend, vermögen seine Werke auch den heu- tigen Betrachter zu fesseln und fordern dessen Sehgewohnheiten heraus. In ihrer Unmittelbarkeit und kompositorischen Radikalität muten Eckersbergs Werke viel- fach wie eine Vorwegnahme des fotografischen Blicks an.
In der Mittwochsführung am 2. März stellt der Kurator der Ausstellung, Dr. Markus Bertsch, das Gemälde Die Kreidefelsen von Møn. Ansicht der Sommerspitze vor. Die öffentlichen Führungen an den Wochenenden bieten Rundgänge durch die Aus- stellung.
Kuratorenführung: Mittwoch, 2. März 2016, 12 Uhr, Hubertus-Wald-Forum Öffentliche Führungen: Samstags, 15 Uhr und sonntags 14 Uhr Teilnahme: 3 € (zzgl. Eintritt)

AUSBLICK AUF APRIL 2016

Neue Präsentation der ständigen Sammlung

ab 30. April 2016

Nach Abschluss der Modernisierungsphase der Hamburger Kunsthalle Ende April 2016 wird die ständige Sammlung der Hamburger Kunsthalle neu präsentiert. Eine substanzielle Verbesserung wird es durch die Modernisierung der Räume für die Alten Meister und das 19. Jahrhundert geben. Modernste Beleuchtungstechnik, neue Bodenbeläge und Oberflächen der Wände werden die Exponate deutlich besser zur Geltung kommen lassen. Ein neues Leitsystem wird den Besucherinnen und Besuchern zudem den Rundgang durch das Museum erleichtern. Wahlweise kann man zur Gegenwartskunst oder zur Kunst vor 1950 gelangen und sich die Sammlung damit ganz neu erschließen.

Geta Brătescu. Retrospektive 30. April bis 7. August 2016

Geta Brătescu (geb. 1926) gilt als Grand Dame der konzeptuellen Kunst Rumäniens. Zu ihrem 90. Geburtstag richtet die Hamburger Kunsthalle eine umfassende Werk- schau aus, die wichtige Schlüsselwerke und Werkserien aus über sechs Jahrzehn- ten versammelt. Es ist die erste retrospektiv angelegte Museumsausstellung der Künstlerin außerhalb ihres Heimatlandes Rumänien. Erinnerung und Geschichte, historische Ablagerungs- und organische Wachstumsprozesse, Konformität und Abweichung, Selbstbefragung und –behauptung – diese Themen hat die Künstle- rin im Laufe ihres Werdegangs immer wieder bearbeitet und hinterfragt. Sie arbei- tet abstrakt als auch gegenständlich, kleinteilig wie raumgreifend, und bedient sich unterschiedlicher Medien wie Zeichnung, Fotografie, Film, Stoffarbeit, Skulptur.

Neuland. Haegue Yang

30. April 2016 bis Mitte 2017

Im Erdgeschoss der Galerie der Gegenwart wird es ein neues Ausstellungsformat unter dem Titel Neuland geben. Im jährlich wechselnden Rhythmus konzipieren internationale Künstlerinnen und Künstler im Auftrag der Kunsthalle eigens für den Raum des ehemaligen Eingangsbereichs neue Werke. Ausgangspunkt sind zunächst Werke, die sich vor allem mit dem Thema globaler Veränderungen aus- einandersetzen. Als Folge von Migration und postkolonialen Prozessen entstehen heute politische und kulturelle Verschiebungen, die in der zeitgenössischen Kunst zu Fragen nach Identität und neuer Verortung, nach Verlust und Zugehörigkeit führen. Die in Berlin und Seoul lebende Künstlerin Haegue Yang wird ab April 2016 erstmalig dieses Konzept umsetzen.

HONEY, I REARRANGED THE COLLECTION
#1 Magie der Dinge. Von der Tücke des Objekts 30. April 2016 bis 29. Januar 2017

HONEY, I REARRANGED THE COLLECTION ist der Titel einer dreiteiligen Samm- lungspräsentation, die sich über den Zeitraum von drei Jahren grundlegenden Erfahrungs- und Erlebnisbereichen des Menschen widmet: Der Beziehung des Menschen zum Ding, zum Mitmenschen und zum umgebenden Raum. Auftakt der Trilogie macht Magie der Dinge. Von der Tücke des Objekts und erzählt von unse- rer Beziehung zum Ding nach dem „material turn“. Dinge, Gegenstände und Sta- tussymbole bestimmen in erheblichem Maße unseren Alltag. Zugleich scheinen sie für Unterbrechung oder Beschleunigung zu sorgen und ein Eigenleben zu führen. Darin steckt Potential, das Künstlerinnen und Künstler auf vielfältige Weise nutzen.

Zeichnungsräume. Positionen zeitgenössischer Graphik

30. April bis 30. Oktober 2016

Das Medium der Zeichnung ist so aktuell wie nie: Besonders junge Künstlerinnen und Künstler widmen sich wieder ausschließlich der Zeichnung und setzen damit selbstbewusst neue Akzente. Dabei reicht das Spektrum von der präzisen, klein- formatigen Bleistiftstudie bis zu großen, temporären Rauminstallationen. Die Zeichnung hat sich damit vom intimen Format der Gattung befreit und wechselt in die dritte Dimension, in das bewegte Bild oder sogar in den Animationsfilm. Die Ausstellung zeigt mit rund 100 Meisterwerken aus den Jahren 1960-2015 einen umfassenden Überblick über 50 Jahre Zeichnung.

Piranesi. Carceri

30. April bis 21. August 2016

Die Hamburger Kunsthalle präsentiert die frühe bzw. überarbeitete Folge der Carceri (Kerker) von Giovanni Battista Piranesi (1720-1778), die aufgrund ihrer großen künstlerischen Virtuosität zweifelsfrei zu den einflussreichsten Werken der Druckgraphik überhaupt zählt. Der venezianische Künstler veröffentlichte die vier- zehnteilige Radierfolge erstmals 1749/50 in Rom. Das Werk fand zunächst kaum Beachtung. Knapp zehn Jahre später überarbeitete Piranesi sämtliche Blätter, wobei er die Szenen vor allem durch stärkere Hell-Dunkel-Kontraste ins Unheimli- che und Bedrohliche veränderte. Diese 1761 erstmals erschienene zweite Ausgabe hat die Menschen seit mehr als 250 Jahren fasziniert. Zahlreiche bildende Künstler, Schriftsteller und Filmemacher ließen sich von ihr zu eigenen Schöpfungen anregen.

Kunst in Hamburg

30. April 2016 bis Mitte 2017

Mit Abschluss der Modernisierung wird es einen neu gestalteten Saal mit Präsen- tationen zur Kunst in Hamburg aus den Sammlungsbereichen der Kunsthalle ge- ben. Das dauerhafte Ausstellen von Werken Hamburger Künstlerinnen und Künst- ler steht in der Tradition von Alfred Lichtwark, dem ersten Direktor der Kunsthal- le. In einem regelmäßigen Turnus von ca. einem Jahr werden Werke unterschied- licher Kunstepochen gezeigt – von den Alten Meistern bis hin zur Gegenwart. Den Anfang macht die Klassische Moderne mit einer Präsentation zum Hamburgischen Künstlerclub von 1897. Zu sehen sein werden Werke von Künstlern wie Arthur Illies, Ernst Eitner, Julius von Ehren und anderen.

Transparentes Museum

ab 30. April 2016

Das neue Projekt Transparentes Museum lädt dazu ein, die Hamburger Kunsthalle mit einem „Backstage“-Blick zu erleben. Was sind die Aufgaben eines Museums? Wie verlaufen Prozesse hinter der Entstehung, der Erforschung, der Präsentation und der Vermittlung von Kunst? Das Transparente Museum legt einzelne Arbeits- bereiche mithilfe von Werken aller Epochen offen und setzt sie medien- und abtei- lungsübergreifend in Beziehung. Die Besucherinnen und Besucher bekommen damit einen Zugang zu Ideen und Erfahrungen und werden zum Mitdenken, zur Reflexion und Diskussion angeregt. Verschiedene Informations- und Vermittlungs- ebenen machen den „Tatort“ Museum so auch einem Nicht-Fach-publikum trans- parent. Kulissenwechsel in den neun Themenräumen und begleitende Veranstal- tungen sorgen für eine abwechslungsreiche inhaltliche Schwerpunktsetzung.

 

Beitrag kommentrieren