Heilige Nacht. Die Weihnachtsgeschichte und ihre Bilderwelt im Liebieghaus

Der Kurator Dr. Stefan Roller über die Ausstellung, die am 12. Oktober in der Liebieghaus Skulpturensammlung in Frankfurt eröffnet. „Wir glauben alle, diese Geschichte zu kennen. Das tun wir aber nicht. Wir kennen sie nämlich nur sehr rudimentär, so, wie in der Bibel erzählt wird (…) und das ist eher ein Tatsachenbericht.“

Im Herbst und Winter 2016/2017 beleuchtet die Liebieghaus Skulpturensammlung eine der bekanntesten Erzählungen des christlichen Kulturkreises: die Weihnachtsgeschichte. Die umfassende Sonderausstellung „Heilige Nacht. Die Weihnachtsgeschichte und ihre Bilderwelt“ widmet sich den vielfältigen Ereignissen und facettenreichen Geschichten rund um die sogenannte „Heilige Nacht“ und nimmt deren Darstellungen in Skulptur, Malerei, Grafik und anderen künstlerischen Gattungen in den Fokus. Zu erleben sind insgesamt rund 100 kostbare Objekte aus über 40 internationalen Sammlungen, wie dem Metropolitan Museum of Art in New York, dem Kunsthistorischen Museum in Wien, dem Louvre in Paris oder den Vatikanischen Museen.

Der zeitliche Schwerpunkt liegt auf der Kunst des Mittelalters. Darüber hinaus führen ausgewählte frühchristliche Zeugnisse und einige barocke Exponate die überraschende Vielfalt an Bildthemen der Weihnachtsgeschichte eindrucksvoll vor Augen. Neben allseits bekannten Motiven wie der Verkündigung an die Jungfrau Maria oder der Anbetung des Jesusknaben durch die Hirten und die Heiligen Drei Könige wartet die Ausstellung mit vielen inzwischen weitgehend in Vergessenheit geratenen Erzählungen und Bildern auf. Dazu zählen Episoden wie Josephs Zweifel, die Beschneidung Christi oder die Wunder auf der Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten. Schließlich können im Liebieghaus auch zwei große vielfigurige und hochbedeutende Krippenensembles aus Neapel und Tirol gezeigt werden.

Ziel der groß angelegten Sonderausstellung ist es, die Weihnachtsgeschichte in ihrer ganzen thematischen Bandbreite erfahrbar zu machen und zu einem neuen Verständnis der Bildwerke beizutragen. Die Schau bietet einen unterhaltsamen, spannenden und oftmals überraschenden Blick auf die mittelalterliche Kunst und eine Geschichte, die es lohnt, neu zu entdecken.

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