Interview mit Daniel Brühl zur Freundschaft von Wassily Kandinsky und Fanz Marc

Am Briefwechsel zswischen Franz Marc und Wassily Kandinsky schätze er vor allem die große und schonungslose offenheit der beiden Künstler, sagt der Schauspieler Daniel Brühl „Das zeugt von einer großen Freundschaft und Verbundenheit“.

Daniel Brühl und Ulrich Tukur lasen in der Fondation Beyeler im Rahmen der Ausstellung “Kandinsky, Marc und Der Blaue Reiter” aus dem Briefwechsel. Die Ausstellung war bis 22. Januar 2017 in Riehen bei Basel zu sehen.

Die Ausstellung widmet sich einem der faszinierendsten Kapitel in der Geschichte der Kunst, das unter dem Namen «Der Blaue Reiter» Berühmtheit erlangte und exemplarisch für einen zentralen Aspekt in der Entwicklung der modernen Kunst steht. Vor dem 1. Weltkrieg, zwischen 1908 und 1914, machte sich im liberalen kulturellen Klima Münchens eine internationale Gruppe von Künstlerinnen und Künstlern daran, die Kunst grundlegend zu reformieren. Ihr Ziel war die Befreiung der Farbe vom Zwang, etwas darstellen zu müssen, die Befreiung der Linie von der Kontur und die der Fläche von der Illusion der Gegenständlichkeit. Es sollte nicht mehr um die Abbildung der sichtbaren Wirklichkeit gehen, sondern um die Verbildlichung geistiger Inhalte: ein Wendepunkt in der abendländischen Kunstauffassung, der Generationen von Malern prägte – bis heute. Die führenden Köpfe waren Wassily Kandinsky und Franz Marc, die sich Anfang des Jahres 1911 kennenlernten. Beide Künstler waren Revolutionäre, die, teilweise heftigen Anfeindungen ausgesetzt, unbeirrt ihre Ideen verfolgten. Kandinskys legendäre Bilder, die seinen Weg in die Abstraktion markieren, sind ebenso zu erleben wie die pantheistischen Tierdarstellungen Franz Marcs. Weitere Künstlerpersönlichkeiten, die mit Kandinsky und Marc in Verbindung standen und von denen Werke in der Ausstellung gezeigt werden, sind unter anderen Gabriele Münter, Marianne von Werefkin, Alexej von Jawlensky und August Macke.

Über die Ausstellung

«Der Blaue Reiter», der zum Synonym für den Aufbruch in künstlerisches Neuland geworden ist, war ursprünglich der Titel des legendären Almanachs, einer Publikation, die Kandinsky und Marc 1912 herausgaben. In ihr wurden Texte und Bilder von verschiedenen Künstlern aus unterschiedlichen Kulturen und Epochen versammelt. Der Almanach war keine Programmschrift im engeren Sinn; allein die Zusammenstellung heterogener Werke der europäischen wie auch der aussereuropäischen Kunst, von sogenannter hoher Kunst und Volkskunst, war Programm genug. Kandinsky und Marc waren davon überzeugt, dass nicht formale Faktoren massgeblich seien, sondern der Inhalt. Da sich Form und Stil unablässig ändern, ist für das Kunstschaffen die «innere Notwendigkeit» das alles entscheidende Kriterium.

In dieser Ausstellung sind über 90 Werke aus bedeutenden internationalen Museen und Privatsammlungen zu sehen, darunter selten ausgestellte Meisterwerke aus den USA und Russland. Mit einer Auswahl von mehr als 30 Werken wird in einem eigens dafür eingerichteten Raum der Almanach vorgestellt.

Mehr unter fondationbeyeler.ch

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