Jüdisches Museum München – Ausstellungsvorschau 2018

A Muslim, a Christian and a Jew Knocking on Heaven’s Door, 2016
© Eran Shakine, Tel Aviv

A Muslim, a Christian and a Jew. Eran Shakine
21.02.-21.10.2018

In seinen großformatigen Arbeiten setzt sich Eran Shakine humorvoll mit der Frage nach den Gemeinsamkeiten und Unterschieden von Angehörigen des Islams, Christentums und Judentums auseinander.

Der Ausstellungstitel spielt auf den Anfang eines Witzes an, der Stereotype bedient. Bei Shakine jedoch erscheinen die drei als äußerlich nicht unterscheidbares Trio, als Symbol für die drei großen Weltreligionen. Auf der Suche nach gemeinsamen Ursprüngen, der Liebe Gottes oder dem Dialog mit Mose erleben sie Skurriles und Alltägliches. So unbeschwert die Zeichnungen wirken, so ernsthaft ist ihre Aussage: Die Gläubigen teilen trotz der unterschiedlichen Auslegung der Schriften eine gemeinsame Geschichte. Ihre Wünsche und Träume liegen oft nah beieinander.

Sankt Ottilien – Das Benediktinerkloster und seine jüdische Geschichte 1945-48
13.05.-23.09.2018

Mönch mit dem 1946 in St. Ottilien gedruckten Talmud, 2017
© Benyamin Reich, Berlin

Das Benediktinerkloster Sankt Ottilien wurde von 1945 bis 1948 der unfreiwillige Zwischenort für zahlreiche jüdische Überlebende aus Osteuropa. Es diente ihnen als Krankenhaus und Lager. Angeregt von der Erzabtei wird 2018 in unterschiedlichen Projekten diese bisher wenig thematisierte Facette der Klostergeschichte beleuchtet. Die jüdische Selbstverwaltung, die Vorbereitung auf die Ausreise nach Palästina, jiddische Kultur und das Camp-Orchester sowie die Entbindungsstation, in der über 400 jüdische Kinder geboren wurden werden thematisiert. Ebenso das Zusammentreffen unterschiedlicher Akteur_innen wie jüdische Überlebende, deutsches Pflegepersonal und Ärzte, Mönche, Nonnen und amerikanische Militärs.

Den Anfang dieser Aktivitäten macht das Jüdische Museum München: Zum Internationalen Museumstag 2018 mit dem Motto „Netzwerk Museum: neue Wege, neue Besucher“ zeigt es eine Installation, die Besucherinnen und Besucher auf den Weg in das Benediktinerkloster schickt, um dieses aus einer jüdischen Perspektive zu betrachten.

Zerstörter Tora-Aufsatz aus der Synagoge Heidingsfeld. Nürnberg um 1730/1740
Foto: Museum für Franken, Würzburg

Judaica aus Unterfranken (AT)
07.11.2018-12.05.2019

Im Museum für Franken in Würzburg wurden im Rahmen von Inventarisationsarbeiten unlängst jüdische Ritualgegenstände gesichtet, die während des Novemberpogroms 1938 in mehreren Synagogen Unterfrankens beschlagnahmt worden waren. Bei den rund 200 Objekten, zu denen Tora-Schmuck, Chanukka- und Synagogen-Leuchter zählen, handelt es sich um den größten in den letzten Jahrzehnten in Deutschland wiederentdeckten Bestand an Judaica. Ein Kooperationsprojekt zwischen dem Museum für Franken, der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern und dem Jüdischen Museum München konnte seither die Herkunft zahlreicher Objekte klären, die zum überwiegenden Teil aus den Synagogen von Arnstein, Ebelsbach, Gochsheim, Heidingsfeld, Schweinfurt und Würzburg stammen. Während des Novemberpogroms 1938 wurden sie von den NSBehörden konfisziert und an das damalige Mainfränkische Museum übergeben. Die in der unmittelbaren Nachkriegszeit aus dem Bombenschutt geborgenen Objekte wurden in Depots der Festung Marienberg eingelagert und blieben über Jahrzehnte weitgehend unbeachtet. Das Projekt mündet in eine Ausstellung, die zum 80. Jahrestag des Novemberpogroms ab November 2018 im Jüdischen Museum München und im Sommer 2019 im Museum für Franken in Würzburg zu sehen sein wird.

Mehr unter www.juedisches-museum-muenchen.de

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