Jungjin Lee – Echo im Fotomuseum Winterthur

Verschiedene Reisen führen Jungjin Lee Anfang der 1990er Jahren in die endlosen Weiten Amerikas, wo sie Wüsten, Felsen, Gestrüpp und Kakteen in archaischen Urmomenten festhält. Ihre fragmentarisch poetischen Bildserien beschrieb der grosse Robert Frank einmal als “landscapes without the human beast”. Aus ihrer südkoreanischen Herkunft schöpfend entwickelte die Künstlerin in Werkgruppen wie Ocean, On Road, Pagodas, Things und Wind eine höchst eigenwillige Bildsprache, in der ihr elemen­tares Interesse an Natur und Kultur einen poetischen Resonanzraum findet. Jungjin Lee greift in ihrem Schaffen auf ein tiefgreifendes Verständ­nis für Materialität, Textur und Handwerk zurück. Im Liquid-Light-Ver­fahren trägt sie mit grobem Pinsel flüssige, lichtempfindliche Emulsion auf Reispapier auf. Unsauberkeiten im Entwicklungsprozess und Fehlstel­len in der Verarbeitung brechen mit dem vermeintlichen Wahrheitsan­spruch der Fotografie. Die grossformatigen Abzüge von Jungjin Lee entfal­ten eine physische Präsenz, die uns unmittelbar in ihren Bann zieht.

Die Ausstellung wird unterstützt von der Volkart Stiftung und vom Verein Fotomuseum Winterthur. Weitere Unterstützung durch die Walter Haefner Stiftung, Hunziker Betatech AG und die Dr. Georg und Josi Guggenheim Stiftung.

Begleitend erscheint eine Publikation im Spector Verlag, mit einer Einleitung von Thomas Seelig sowie Beiträgen von Lena Fritsch, Hester Keijser und Liz Wells.

Produktion © art-tv.ch

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