Kultur für alle: 2018 Eintritt frei im Landesmuseum Württemberg

Landesmuseum Württemberg, Schausammlung „LegendäreMeisterWerke. Kulturgeschichte(n) aus Württemberg“, Königreich Württemberg
© Landesmuseum Württemberg, Stuttgart; Foto: Christoph Düpper

Museen haben einen wichtigen Bildungsauftrag für die gesamte Gesellschaft. Manchmal sind aber nicht genügend finanzielle Mittel vorhanden, um den Zugang zu den Ausstellungen kostenfrei zu gestalten. Hier kommt das bürgerschaftliche Engagement zum Einsatz:

Die Gesellschaft zur Förderung des Landesmuseums Württemberg e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, die in den Medien und der Öffentlichkeit vieldiskutierte „Kultur für alle“ auch umzusetzen. Deshalb kommt sie 2018 für die Eintrittsgelder in die Schausammlungen des Museums auf, so dass Besucherinnen und Besucher das ganze Jahr lang kostenfrei die Kunstwerke des Hauses erleben können. Insgesamt werden hierfür 160.000 Euro zur Verfügung gestellt. Unterstützt wird die Fördergesellschaft dabei auch durch die Adolf Würth GmbH & Co. KG.

Prof. Reinhold Würth ist seit 1998 Erster Vorsitzender der Fördergesellschaft. Für ihn ist von zentraler Bedeutung, dass der Zugang zur Kultur so einfach wie möglich gemacht wird: „Kulturelle Angebote vermitteln den Menschen mehr Lebensqualität. Daher ist es der Fördergesellschaft ein sehr wichtiges Anliegen, allen Bürgerinnen und Bürgern den kostenfreien Eintritt in die Schausammlungen des Landesmuseums mit ihren bedeutenden Sehenswürdigkeiten der württembergischen Kulturgeschichte zu ermöglichen.“ Deshalb bieten auch die 13 nationalen und internationalen Museen des Unternehmens Würth kostenfreien Eintritt in ihre Ausstellungen. Dies war von Anfang an ein Grundprinzip gelebter Unternehmenskultur.

Die Gesellschaft zur Förderung des Landesmuseums Württemberg e. V. steht dem Museum seit ihrer Gründung im Jahr 1910 als verlässliche Partnerin zur Seite. Dabei übernimmt sie unter anderem regelmäßig die Kosten von Vermittlungsprogrammen oder bezuschusst Publikationen, Ankäufe und Ausstellungen. Seit mehr als zehn Jahren kann das Landesmuseum Württemberg auf diese Weise Führungen für Menschen mit Behinderungen oder Programme für Menschen mit Migrationshintergrund kostenfrei anbieten.

Aber auch bedeutende Ankäufe konnten dank der Unterstützung der Fördergesellschaft finanziert werden. So förderte sie unter anderem 2003 den Erwerb der weltweit bedeutenden Glassammlung von Ernesto Wolf und beteiligte sich im Jahr 2006 an der Ersteigerung des Porträts der Kronprinzessin Olga von Franz Xaver Winterhalter. Aktuell zählt die Fördergesellschaft rund 1.400 Mitglieder. Daneben sorgt ein eigener Club für Kinder im Alter von vier bis zehn Jahren, „Die Schlossgespenster“ (Jahresbeitrag 18 Euro), für den Museumsnachwuchs und führt die jungen Besucherinnen und Besucher spielerisch an die Kultur des Landes heran.

2018 haben die Besucherinnen und Besucher des Landesmuseums Württemberg die Möglichkeit, die Schausammlungen des Hauses zu besichtigen ohne Eintritt zu bezahlen. Dank finanzieller Unterstützung durch die Gesellschaft zur Förderung des Landesmuseums Württemberg e.V. und die Adolf Würth GmbH & Co. KG reiht sich das Haus in die Riege der (wenigen) deutschen Museumshäuser ein, die freien Zugang zu ihren Sammlungen gewähren.

Das Landesmuseum Württemberg erhofft sich, mit dem freien Eintritt in die Schausammlungen Barrieren abzubauen und Hemmschwellen zu senken – im Sinne einer gelebten Partizipation. „Dank des kostenfreien Eintritts können wir unserem Bildungsauftrag nochmals verstärkt nachkommen. Er ermöglicht Kunstgenuss und kulturelle Teilhabe für alle Bürgerinnen und Bürger, so Cornelia Ewigleben, Direktorin des Landesmuseums Württemberg. Petra Olschowski, Staatssekretärin des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg, begrüßte die Initiative: „Ich bin der Fördergesellschaft des Landesmuseums Württemberg und der Adolf Würth GmbH & Co. KG sehr dankbar für ihr Engagement. Die Begegnung mit der Kunst eröffnet Menschen Freiheitsräume und neue Perspektiven auf die Welt und sich selbst. Unsere Museen und Kultureinrichtungen auch für ein neues Publikum zu öffnen, ist mir daher ein Herzensanliegen. Freier Eintritt in Sammlungen kann hierfür ein Baustein sein – neben der Kunstvermittlung, interessanten Ausstellungen, Angeboten für Kinder und Jugendliche oder den neuen Vermittlungsmöglichkeiten, die die Digitalisierung bietet. Wir werden das Projekt des Landesmuseums im Kunstministerium eng begleiten und professionell auswerten lassen. Wir arbeiten aktuell an einem Gesamtkonzept zur Öffnung unserer Häuser und an der Frage, wie wir neue Zielgruppen für Kunst und Kultur erreichen.“

Die Kunststaatssekretärin erhofft sich durch die Evaluierung Hinweise auf die Besucherstruktur. „Von besonderem Interesse wird für uns sein, ob andere Zielgruppen kommen und wer den freien Eintritt nutzt“, so Olschowski. Der freie Eintritt in die Schausammlungen des Landesmuseums Württemberg im Jahr 2018 gilt für die Häuser in Stuttgart – das Alte Schloss, das Haus der Musik im Fruchtkasten und das Römische Lapidarium – sowie für das Museum der Alltagskultur in Waldenbuch. Er wird durch eine Besucherbefragung begleitet. Ergebnisse daraus sollen Aufschluss über das Besucherverhalten geben und zeigen, welche Konsequenzen unter Umständen für das bestehende Programm getroffen werden müssen. Von besonderem Interesse ist dabei, ob durch den freien Eintritt auch neue Zielgruppen, z.B. Jugendliche erreicht werden. Ende 2018 sollen die Befragungsergebnisse vorliegen.

Mehr unter www.landesmuseum-stuttgart.de

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