Kunsthalle zu Kiel übergibt Vasilij Dmitrievič Polenovs „Waldweiher“ an Museumspark Taganrog

Vasilij Dmitrievič Polenov (1844–1927), Waldweiher, 1881, Öl auf Leinwand, 90,5 x 134,5 cm, Foto: Kunsthalle zu Kiel

(Presseinformation) In der Kunsthalle zu Kiel ist kriegsbedingt verlagertes Kulturgut identifiziert worden. Es handelt sich dabei um das 1881 entstandene Werk Waldweiher von Vasilij Dmitrievič Polenov (1844–1927). Das Gemälde wird in einer öffentlichen Übergabe am 26. September in der Kunsthalle zu Kiel an den Staatlichen Literatur- und Architektur-historischen Museumspark im südrussischen Taganrog zurückgegeben.
Seit 2015 untersucht die Kunsthalle zu Kiel systematisch ihre Bestände in einem vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste geförderten Projekt, um NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut in der Sammlung zu identifizieren.

Das Werk Waldweiher von Polenov wurde gegen Ende der Besatzung Taganrogs durch die deutsche Wehrmacht im August 1943 zusammen mit anderen Sammlungsstücken aus dem örtlichen Museum an einen unbekannten Ort verbracht. 1959 gelangte das Gemälde Waldweiher durch die Münchener Kunsthandlung Hagmann und Gräf in die Sammlung des Schweinfurter Industriellen Georg Schäfer (1896-1975). 1986 erwarb der damalige Direktor der Kunsthalle zu Kiel, Jens Christian Jensen (1928-2013), das Werk von Polenov aus der Sammlung Schäfer. Das Gemälde Waldweiher zählt zu insgesamt 13 Werken, die mit Mitteln der Kulturstiftung des Landes Schleswig-Holstein 1986 aus der Sammlung Schäfer zum dauerhaften Verbleib in der Kunsthalle angekauft wurden.

Die Recherchen des in der Kunsthalle zu Kiel zuständigen Provenienz-forschers, Kai Hohenfeld, ergaben einen deutlichen Anfangsverdacht. Die Kunsthalle zu Kiel nahm daraufhin Kontakt zu dem bei der Kulturstiftung der Länder angesiedelten Deutsch-Russischen Museumsdialog (DRMD) und zum Staatlichen Literatur- und Architekturhistorischen Museumspark Taganrog auf. Im Austausch zwischen der Kunsthalle zu Kiel, dem DRMD sowie dem Museum in Taganrog konnten die Forschungen zur Verlustgeschichte zusammengeführt und die Identität des Werkes bestätigt werden.

Dem geltenden internationalen Recht entsprechend wird die Rückführung vorbereitet. Die offizielle Rückgabe des Werkes durch die Direktorin der Kunsthalle zu Kiel, Anette Hüsch, an die Direktorin des Staatlichen Literatur- und Architekturhistorischen Museumsparks Taganrog, Elisaveta Vasilievna Lipovenko, ist als öffentliche Veranstaltung für den 26. September 2017 um 18.00 Uhr geplant.

Mehr unter www.kunsthalle-kiel.de

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