LUFTMUSEUM Amberg, „Monumente des Augenblicks“ Interview mit Künstler Artur van Balen

Ausstellung „Urmaterie“ von Erik Sturm, Stuttgart im LUFTMUSEUM Amberg , 28 Januar bis 23 April 2017

Die Ausstellung „Monumente des Augenblicks“ des Künstlers Artúr van Balen im LUFTMUSEUM Amberg erforscht, wie das ephemere, schwebende Objekt als ein Sinnbild der jeweiligen Ideologie verstanden werden kann. Anhand von Foto- und Filmbeispielen aus eigener Archiv-Forschung in Moskau, St. Petersburg und New York nimmt van Balen die 1930er Jahre unter die Lupe und zeigt die Zeit, in der zum ersten mal heliumgefüllte Skulpturen für Massenmanifestationen eingesetzt wurden. Beispielhaft für diese Zeit ist das Jahr 1934: Während in den Straßen von Manhatten bei der sogenannten „Macy‘s Thanksgiving Day Parade” die erste Micky Maus durch die Straßen schwebte und das Publikum zum Staunen und vor allem zum Einkaufen für die Weihnachtszeit animierte, wurde in Moskau eine Riesenraupe mit einem Hakenkreuz auf der Stirn über den Roten Platz getragen. Sie sollte als Warnung vor dem aufkommenden Faschismus dienen. Für die Ausstellung ist speziell eine Rekonstruktion dieser Raupen-Skulptur hergestellt (Maßstab 1:3). Das stilisierte, glänzende Objekt ohne Augen und Mund stellt sowohl Fragen zur Geschichte als zur Gegenwart: Ist unsere Zeit mit den 30er Jahren zu vergleichen? Und in welcher neuen Raupen-Haut tritt der Faschismus heute in Erscheinung? Kontrastiert wird der historische Teil der Ausstellung mit zeitgenössischen Aktionsvideos des von Artúr van Balen mitgegründeten Kunst- und Aktivistenensembles „Tools for Action“. Die Gruppe bietet Workshops und open-source-Anleitungen zur Herstellung von aufblasbaren Skulpturen und deren Anwendung für politische Aktionen an.

Weitere Informationen: LUFTMUSEUM Amberg

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