Museum Angewandte kunst Frankfurt – Ausstellungsprogramm 2016

Museum Angewandte Kunst – Ausstellungsprogramm 2016

ZeitRaum. Nach Here von Richard McGuiremak_logo
30. Januar – 11. September 2016
Eröffnung: Freitag, 29. Januar 2016, 18.30 Uhr

In seiner gefeierten Graphic Novel Here bricht der amerikanische Illustrator Richard McGuire die Einheit von Zeit, Raum und Handlung mit einem formalen Geniestreich auf: Im immer gleichen Hier einer gewöhnlichen Wohnzimmerecke setzt er zeitliche Einschübe ins jeweilige Jetzt, lässt innerhalb eines Bildes Bruchstücke der Vergangenheit einbrechen, Fragmente der Zukunft aufblitzen und entfaltet so wie im Zeitraffer ganze Menschenleben.

Die Ausstellung ZeitRaum erweckt McGuires Zimmer als begeh- und bespielbaren Bühnenraum zum Leben. Besucherinnen und Besucher jedweden Alters können sich durch das lebensgroße Setting bewegen und somit selber zu Figuren der Erzählung werden. Darüber hinaus greift ZeitRaum die Idee der Auflösung des Zeit-Raum-Kontinuums auf und fragt, was Bilder und Objekte, was die Wissenschaften uns über die Bedeutung der Zeit für unser Leben erzählen können.
Kurator: David Beikirch

German Design Award
zu Gast im Museum Angewandte Kunst
13. Februar – 28. Februar 2016, Eröffnung: Freitag, 12. Februar 2016, 19 Uhr

Der German Design Award, internationaler Premiumpreis des Rat für Formgebung, zeichnet Projekte aus dem Produkt – und Kommunikationsdesign aus, die auf ihre Art wegweisend in der deutschen und internationalen Designlandschaft sind. Der 2012 initiierte German Design Award zählt bereits heute zu den anerkanntesten Design-Wettbewerben weltweit und genießt in Fachkreisen und darüber hinaus hohes Ansehen.

In der Gastausstellung im Museum Angewandte Kunst werden die Gewinner aus dem Bereich Kommunikationsdesign, die Newcomer-Finalisten sowie der Ehrenpreis Personality präsentiert, der dieses Jahr an Konstantin Grcic geht.

Depotschau: Glück und Verheißung.
99 Stücke aus den Sammlungen und ein Kurzfilmprogramm

17. Februar – 10. April 2016, Eröffnung: Dienstag, 16. Februar 2016, 19 Uhr

Glück – welch ein großes Wort. Doch was genau ist Glück? Ein Gefühl, ein Lebensziel, ein utopischer Gedanke oder doch bloßer Zufall?

So vielschichtig der Begriff, so überaus unterschiedlich fallen die Aktivitäten aus, die Menschen unternehmen, um sich dem Glückszustand zu nähern: das Streben nach Reichtum und materiellen Gütern einerseits, die vollständige Konzentration auf das Geistliche andererseits. Manche verlagern jegliche Glückswünsche auf die Zukunft oder gar auf ein Leben nach dem Tode. Oder erfüllt sich Glück allein in ekstatischer Liebe?
Die Suche in den Depots des Museum Angewandte Kunst hat Artefakte zutage gefördert, die vom Streben nach dem glücklichen Leben zeugen: ein Tafelaufsatz in der Form eines Liebestempels, Trinkgläser, die auf den Alkoholgenuss in geselliger Runde verweisen, oder auch ein kleines Ein-Cent-Stück aus jenem Land, das als Einziges das Streben nach Glück in seine Staatsverfassung aufgenommen hat.
Kuratorin: Grit Weber

Alles neu! 100 Jahre Neue Typografie und Neue Grafik in Frankfurt am Main
25. März – 21. August 2016, Eröffnung: Donnerstag, 24. März 2016, 19 Uhr

Nach dem Ersten Weltkrieg entstand in Frankfurt ein einzigartiges Modernisierungs- und Gestaltungsprojekt, das als „Das Neue Frankfurt“ in die Architekturgeschichte eingegangen ist. Das Museum Angewandte Kunst erweitert die Sicht auf „Das Neue Frankfurt“ um den Bereich des Designs und rückt im Frühjahr 2016 Typografie und Grafik in den Fokus, genauer, die aus Frankfurt stammenden Meilensteine der visuellen Gestaltungsmoderne: So wurde etwa in den 1920er Jahren die erste populäre Reformschrift Futura in der Mainmetropole entworfen und trat von hier aus ihren weltweiten Siegeszug an. Nach 1945 war Frankfurt nicht zuletzt durch die Ansiedlung US-amerikanischer Werbeagenturen, durch Verlage wie Suhrkamp und S. Fischer und den Einfluss der Kasseler Plakatschule ein Hotspot des typografischen und werbegrafischen Geschehens der Zeit – und ist das bis heute.
Kuratoren: Prof. Dr. Klaus Klemp und Prof. em. Friedrich Friedl, Peter Zizka und Matthias Wagner K

Stefan Sagmeister. The Happy Show
23. April – 25. September 2016, Eröffnung: Freitag, 22. April 2016, 19 Uhr

Auf der Suche nach dem Glück: Der in New York lebende Superstar des Grafikdesigns zeigt in The Happy Show die Resultate seiner zehn Jahre andauernden Untersuchung des Glücks in hochgradig emotionalen Infografiken, Skulpturen, Installationen und Filmen. Mit feinem Humor und ironischer Distanz kommentiert er sich selbst und die Welt zum Thema und verarbeitet sozialwissenschaftliche Daten der Glücksforschung bedeutender Historiker, Psychologen und Anthropologen. Sagmeister zeigt Gestaltung als wichtigen gesellschaftlichen Faktor, weniger zur Verkaufsförderung denn als Hilfe für das Verstehen einer Welt, die wie an einem riesigen Gummiband befestigt, endlos beschleunigt wird.
Die vom Institute of Contemporary Art der University of Pennsylvania organisierte und von der ehemaligen ICA-Direktorin Claudia Gould, derzeit Helen Goldsmith Menschel Director, The Jewish Museum, New York, kuratierte und gefeierte Ausstellung wird nach Stationen in Nordamerika, Paris und Wien im Museum Angewandte Kunst von Peter Zizka koordiniert.

Über Waffen. Fire and Forget 2
10. September 2016 – 8. Januar 2017, Eröffnung: Freitag, 9. September 2016, 19 Uhr

Die Ausstellung folgt den Spuren, die Waffen und Gewalt in unserem täglichen Leben, in Mode, Design und Kunst hinterlassen. Sichtbar und doch unter der Oberfläche erzählen sie eine Geschichte von der stets fragilen Zähmung unserer Triebe, der Veränderung unserer Fantasien durch die Entwicklung neuer Technologien und den immanenten Widersprüchen in einer Gesellschaft.

Die Ausstellung basiert auf dem Konzept der Ausstellung Fire and Forget. On Violence, kuratiert von E. Blumenstein und D. Tyradellis für das KW Institute for Contemporary Art, vom 14.6.-30.8.2015 in Berlin.
KuratorInnen: Ellen Blumenstein, Daniel Tyradellis, Matthias Wagner K, Juliane Duft

LAMY. Design als Prozess
24. September 2016 – 26. Februar 2017, Eröffnung: Freitag, 23. September 2016, 19 Uhr

Von 1963 bis 1966 entwickelte Gerd A. Müller das Design für ein völlig neues Schreibgerät des Heidelberger Herstellers LAMY. Der Füllfederhalter LAMY 2000 wird seitdem ununterbrochen hergestellt und ist als Ikone einer sachlich-eleganten Gestaltung in vielen Sammlungen großer Designmuseen vertreten. Die Ausstellung nimmt die 50-jährige Produktionsgeschichte des LAMY 2000 zum Anlass, am Beispiel dieses Füllers einmal sehr illustrativ hinter die Kulissen der Entstehung unserer Dingwelten zu schauen. Was sind die Voraussetzungen für eine überzeugende Gestaltung? Und warum ist im Design oftmals gerade das Einfache das Schwierige?
Kurator: Prof. Dr. Klaus Klemp

Yokohama 1868-1912. Als die Bilder leuchten lernten
8. Oktober 2016 – 29. Januar 2017, Eröffnung: Freitag, 7. Oktober, 19 Uhr

Yokohama ist der Ort, an dem symbolisch die japanische Moderne und die Öffnung des Landes zur Welt beginnen. Zeitgleich mit dem wirtschaftlichen Umbruch zum Ende der Edo-Zeit werden in Yokohama um 1860 die ersten Fotostudios eröffnet. Die Pioniere der japanischen Fotografie bedienen zunächst vordergründig das Klischee eines naiv-exotischen Japanbildes, brechen es in der Folge jedoch virtuos mit meisterhaft komponierten Motiven und einer eigenen Handschrift. Mit dem rasanten Aufstieg der neuen Bildtechniken verschwindet zugleich das Interesse am traditionellen Handwerk des ukiyoe-Holzschnitts, der um 1900 mit Kriegspropaganda aus dem Chinesisch-Japanischen und dem Russisch-Japanischen Krieg eine skurrile letzte Blüte treibt. Im Gegenüber bieten das eigenwillige Schlusskapitel der japanischen Holzschnittkunst und der parallele Aufstieg der japanischen Fotografie einen überraschenden Einblick in ein Land im Umbruch.
Kurator: Dr. Stephan von der Schulenburg

Ewig flüchtig. Duft zwischen Produkt, Information und Identität
14. Oktober 2016 – 26. März 2017, Eröffnung: Donnerstag, 13. Oktober 2016, 19 Uhr

Der Geruchssinn als Sinn der Erinnerung und des Verlangens – so beschreibt schon Rousseau im 18. Jahrhundert unser rätselhaft inniges Verhältnis zu Düften. Tatsächlich ist das Riechen der früheste Sinn von Lebewesen überhaupt, stellen Duftstoffe ein lebenswichtiges Verbindungsmedium zwischen Subjekt und Umwelt dar. Darüber hinaus kann der Hauch eines Duftes ganze Erinnerungswelten wachrufen und Vergangenes urplötzlich intensiv in uns lebendig werden lassen.

Mit der Ausstellung widmet sich das Museum Angewandte Kunst der Frage nach der Gestaltung rund um das Medium Duft und dessen Auswirkungen auf Gefühlswelten und Verhalten. An der Schnittstelle zwischen Design und Kunst entsteht eine Schau, die eine im Konsumalltag ständig präsente Disziplin auslotet, welche jedoch selten hinterfragt wird.
Kurator: Martin Hegel

www.museumangewandtekunst.de

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