Marta Herford: Brutal schön – Gewalt und Gegenwartsdesign

Gewalt ist allgegenwärtig – ob bei politischen Auseinandersetzungen oder Konflikten im Alltag. Vor dem Hintergrund internationalen Terrors und aktueller Flüchtlingsströme aus Kriegsgebieten scheint das Thema heute aktueller denn je.

Wie aber gehen Designer mit Gewalt um? Marta Herford stellt eine ganz neue Generation von Designern vor, die mit ihren Entwürfen und Strategien Gewalt sichtbar machen, um zukunftsweisend den teils verheerenden weltweiten Entwicklungen etwas entgegensetzen.

Für „Brutal schön“ steht der belgische Design-Experte Max Borka (Berlin) dem Marta-Team beratend zur Seite, die Szenografie der Ausstellung entwickelt Matthias Megyeri (Stuttgart / London).

Wie aber gehen Designer mit Gewalt um? Welche Verantwortung tragen sie und welche Handlungsmöglichkeiten eröffnen sie in diesem hoch dynamischen Prozess? Marta Herford stellt eine ganz neue Generation von Designern vor, die mit ihren Entwürfen und Strategien Gewalt sichtbar machen, um zukunftsweisend den teils verheerenden weltweiten Entwicklungen etwas entgegensetzen. Dabei geht es nicht mehr nur um den formvollendeten Entwurf eines Produkts, sondern vielmehr um die Gestaltung sozialer Prozesse. Als Motor von Partizipation oder Inklusion kann in diesem Sinne Entwerfen als Gegensatz zu Unterwerfen verstanden werden (Vilém Flusser).

Die Ausstellung weist zugleich auf die dunkle Seite von Gestaltung hin. Obwohl Design dem Menschen in vielfältiger Hinsicht zu Diensten sein soll, erscheinen bei genauerer Betrachtung Gewalt und Design geradezu als siamesische Zwillinge. Denn bereits bei der Fertigung wird einem Material – brutal – eine Form aufgezwungen. Darüber hinaus stammen viele Produktentwicklungen aus militärischen Zusammenhängen. Die hässliche Fratze von Design wird aber auch immer dann sichtbar, wenn Dinge unbrauchbar werden und zu entsorgen sind.

Für „Brutal schön“ steht der belgische Design-Experte Max Borka (Berlin) dem Marta-Team beratend zur Seite, die Szenografie der Ausstellung entwickelt Matthias Megyeri (Stuttgart / London).
Beteiligte Designer, Künstler und Projekte

Barnaby Barford, Jeremy Bentham, James Bridle, Anthony Burrill/ Ewoudt Boonstra, Jordi Canudas, Paolo Chiasera, Curro Claret, Ray und Charles Eames, Ron From, Dave Hakkens, Elham Seyed Javad, Chris Jordan, Cyrus Kabiru, Ronen Kadushin, Jan Pieter Kaptein, An-Sofie Kesteleyn, Landfillharmonic, Eva Lechner, Ross Lovegrove, Matthias Megyeri, Yael Mer/ Shay Alkalay, Guy Mishaly, Azusa Murakami/ Alexander Groves, George Nelson, Ernesto Oroza, Marijn van der Poll, Michael Sailstorfer, Skateistan, Jair Straschnow/ Bert Kramer/ Gitte Nygaard, Ezri Tarazi, Carolien Vlieger/ Hein van Dam, Tobias Vollmer, Dominic Wilcox u.a.

Führungen

regelmäßig: Sa/So, 13.2./14.2. und 19.2./20.2., jeweils um 12 und 15 Uhr
Sonderführungen mit den Ausstellungsmachern: Dienstag, 5. April, um 16 Uhr
Letzte Blicke mit dem Künstlerischen Direktor Roland Nachtigäller: Sonntag, 1. Mai 2016, um 15 Uhr
Tickets: 2,50 Euro zzgl. Eintritt, ohne Anmeldung, max. Teilnehmerzahl: 25

Workshop

Ausgehend von der Ausstellung wird ein Workshop entwickelt, in dem Fragen von Gewalt und Ausgrenzung behandelt werden. In Kooperation mit der Justizvollzugsanstalt Herford, der Diakonischen Stiftung Wittekindshof und der Hochschule Ostwestfalen-Lippe in Detmold.

„Brutal schön – Gewalt und Gegenwartsdesign“
7. Februar – 1. Mai 2016, Marta Herford (Lippold-Galerie, 1. Stock)

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