Philip Hausmeier im Gespräch über das Virtual-Reality-Projekt „Nausea“

Im Rahmen der Ausstellung „Hybrid Layers“, die noch bis 07.01.2018 im ZKM zu sehen sein wird, sprach Regina Hock mit Philip Hausmeier.

Die Ausstellung »Hybrid Layers« lenkt den Blick auf eine Generation von KünstlerInnen, die sich mit der wachsenden Präsenz der digitalen Sphäre und ihren Auswirkungen auf die Gesellschaft auseinandersetzt. Sie zeigt neue Perspektiven auf digitale Technologien, das Internet und die sozialen Netzwerke und untersucht sowohl die virtuellen als auch die physischen Erscheinungsformen einer künstlerischen Praxis, die grundlegend vom Digitalen beeinflusst ist.

Die Positionen, die in der Ausstellung präsentiert werden, beschäftigen sich mit aktuellen sozialen, technologischen und ästhetischen Debatten und reflektieren, wie umfassend das Digitale sämtliche Bereiche unseres Alltags, unserer Wahrnehmung und Wissensproduktion prägt. Digitale, durch Algorithmen gesteuerte Bildgebungs- und Kommunikationssysteme haben heute sämtliche Aspekte unserer Welt medial transformiert. Aktuelle Forschungen im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) lassen bereits erahnen, welche fundamentalen Veränderungen der technologische Fortschritt auch in Zukunft für unser Leben bereit hält. Mit ihren Installationen, Videos, Performances und Skulpturen reagieren die involvierten KünstlerInnen auf diese hybride Durchdringung des Realen mit dem Digitalen und hinterfragen, wie dieser Zustand unsere global vernetzte Welt formt.

»Hybrid Layers« erkundet somit die vielfältigen Aspekte dessen, was als »digital turn« bezeichnet werden kann, als »digitales Zeitalter«, das seit seinem Auftreten vor nicht einmal zwanzig Jahren, als erstmals die Menge der digital gespeicherte Information die der analogen übertraf, unser Denken, Handeln und Fühlen rasant verändert hat. Das Digitale ist in der Ausstellung der Schlüssel – das »Apriori« – unterschiedlichster kultureller und konzeptueller Szenarien, die von den einzelnen Arbeiten aufgezeigt werden. Der freie Umgang mit dem Bildfundus des Internets, die Rekontextualisierung und -semantisierung der daraus gewonnenen Narrationsstränge in nichthierarchischen, häufig subjektiv geprägten Ordnungszusammenhängen, lassen die Einbettung der künstlerischen Arbeitsweisen in digital geprägte Wahrnehmungsmuster erkennen. Während dabei der Fokus der Medienkunst lange Zeit auf der Überführung der analogen Welt in die Digitalität lag, setzen sich KünstlerInnen heute zunehmend damit auseinander, wie das Digitale durch die Verwendung synthetischer Materialien oder neuartiger Druckverfahren in die analoge Welt übertragen werden kann. Die verschiedenen Perspektiven, die von den 22 in der Ausstellung vertretenen KünstlerInnen und kollaborativen Projekten auf das Digitale eingenommen werden, sind daher geprägt von einem grundsätzlichen Interesse, die hybriden Schichten digitaler und physischer Realitäten in ihren facettenreichen Ausprägungen zugleich unvoreingenommen, erwartungsvoll und kritisch zu erkunden.

Mehr unter www.zkm.de

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