Stefanie Hennig, was verbindest Du mit Francis Bacon?

Welche Sichtweise hat man als Mitarbeiterin der Ausstellungskoordination auf Francis Bacons Werke? Das beantwortet in dieser Folge Stefanie Hennig. „Bei Bacon ist es so, dass er dich einfach fesselt in seinen Bildern und einige Bilder gefallen Dir vielleicht nicht, weil sie vielleicht auch ein bisschen Angst machen. (…) Man kann Bacon gut mit Sellerie vergleichen. In der richtigen Menge rundet er ein Esen ab. Wenn zuviel ist, sticht es heraus. Wenn man zuviel Bacon hat, dann knallt es über“.

Die Ausstellung »Francis Bacon. Unsichtbare Räume« widmet sich erstmals einem zentralen Aspekt im Werk von Francis Bacon (1909-1992), der als einer der bedeutendsten modernen Maler Großbritanniens gilt. Die geniale Bildstrategie des figurativen Ausnahmekünstlers wird anhand von 40 großformatigen Gemälden, darunter vier monumentalen Triptychen, sowie bislang selten gezeigten Papierarbeiten systematisch erkundet. Die Ausstellung zeigt spektakuläre Leihgaben mit schwindelerregenden Versicherungswerten, u.a. aus dem Museo Thyssen-Bornemisza, dem Museum of Modern Art, New York oder dem Hirshhorn Museum and Sculpture Garden in Washington.

Bacons Gemälde zeichnen sich nicht nur durch ihre expressive Figurendarstellung aus, sondern ebenso durch die charakteristische Konstruktion der Bildräume. Seit den 1930er-Jahren organisiert der Künstler den räumlichen und dramatischen Bildaufbau, indem er seine Sujets mit einem architektonischen, geisterhaft anmutenden Rahmenwerk umgibt.

Bei anderen Arbeiten platziert er seine verletzlichen Figuren vor schwarze Flächen, stellt sie auf Podeste und Gerüste oder exponiert sie in Arenen. Sind es zunächst Bilder, die die Gestalten wie Visionen aus dem Bildgrund hervortreten lassen, wird Bacons Pinselstrich im Laufe der Jahre lebhafter und die Farbgebung leuchtender. Gefangen in diesen Räumen, steht den Figuren kein Fluchtpunkt zur Verfügung, sind sie den indifferenten Käfigen wie dem Bildbetrachter schutzlos ausgeliefert. Die Ausstellung zeigt, wie Bacons »unsichtbare« Räume die Isolation der dargestellten Figuren betonen und die Aufmerksamkeit auf deren psychologisches Befinden lenken.

»Francis Bacon. Unsichtbare Räume« ist eine Gemeinschaftsausstellung der Staatsgalerie Stuttgart und der Tate Liverpool.

Mehr zur Ausstellung »Francis Bacon. Unsichtbare Räume« unter bacon-staatsgalerie.de.

Konzept, Regie & Kamera: Michael Matt

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