Technophilia – Ausstellung in der Henrichshütte

Eröffnungsausstellung im sanierten Gebläsehaus mit Objekten von Gerhard Hahn.
Anlässlich der Eröffnung der historischen Gebläsehalle präsentiert das LWL-
Industriemuseum Objekte aus Keramik und Eisen des Ingenieurs und Künstlers Gerhard Hahn. Seine Arbeiten verknüpfen die in aller Regel getrennten Ebenen menschlichen Schaffens: Hier das anonym erzeugte Industrieprodukt, dort das authentische Kunstwerk.

Gerhard Hahn experimentiert seit 1996 mit Werkstoffen der Groß- und Schwerindustrie. Werkshallen wandeln sich zu Ateliers für seine Kunstwerke. Sie nehmen durch Hahns Ingenieurwissen und Kreativität Gestalt an, in die der Dialog mit den Industriearbeitern eingeht. In der Henrichshütte präsentiert der 60-Jährige einen Querschnitt seines Schaffens – damit ist „Technophilia“ zugleich eine Retrospektive. Hahns Arbeiten aus Keramik, Eisen, Siliziumcarbid, Folien, Wind und Licht verbergen nicht die Spuren ihrer Produktion. Skulpturen und Wandarbeiten geben Auskunft über ihre Entstehung, zitieren auch gestalterisch den industriellen Kontext. Zugleich gelingt es dem Künstler immer wieder, den anorganischen Werkstoffen gleichsam Leben einzuhauchen: Texturen, Risse, Faltungen, organische Formen und atmende Installationen führen über das Technisch-Handwerkliche hinaus zu Kontemplation, Assoziation und des Künstlers „Sicht der Dinge“. In diesem Sinne steckt in TECHNOPHILIA auch Philanthropisches.

Der Künstler

Gerhard Hahn wurde 1956 in Bendorf am Rhein geboren. Er studierte bis 1981 keramische Verfahrenstechnik und war bis 1984 als Ingenieur bei Rosenthal beschäftigt. Es folgte ein Studium für Gefäßkeramik, Keramikdesign und keramische Plastik in Kassel und Krefeld sowie ein Studium der Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf. Danach war Hahn künstlerischer Mitarbeiter an der Hochschule der Künste Berlin, arbeitete als Gastprofessor in Dessau, Stuttgart und Kiel. Seit 2002 ist er Professor an der Hochschule Niederrhein in Krefeld. Er erhielt für seine Industriekooperationen zahlreiche Förderungen. Hahn lebt in Berlin und Krefeld.

Mehr unter lwl.org/industriemuseum

Beitrag kommentrieren