ars viva 2019 PreisträgerInnen Cana Bilir-Meier, Keto Logua, Niko Abramidis & NE

«ars viva 2019: Cana Bilir-Meier, Keto Logua, Niko Abramidis & NE» 06.07.2019 – 18.08.2019

Das Kunstmuseum Bern und der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI e. V. präsentieren die Preisträger des ars viva-Preises 2019 für Bildende Kunst. Seit 1953 wird der Preis vom Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI e. V. jährlich an herausragende junge, in Deutschland lebende KünstlerInnen vergeben. Die Auszeichnung ist verbunden mit zwei Ausstellungen in renommierten Kunstinstitutionen für zeitgenössische Kunst in Deutschland und im europäischen Ausland, einer dazu gehörigen Publikation sowie einem Atelierstipendium in Fogo Island, Kanada. Im letzten Vergabejahr ging der ars viva-Preis für bildende Kunst an Niko Abramidis & NE (1987), Cana Bilir-Meier (1986) und Keto Logua (*1988).

Das Kunstmuseum Bern richtet als Schweizer Kooperationspartnerin die zweite Station der ars viva-Ausstellung aus. Wir freuen uns, damit zur Förderung der hierzulande noch weitgehend unbekannten KünstlerInnen beizutragen. Den unterschiedlichen Positionen der drei PreisträgerInnen ist ein kritisches Nachdenken über die Fallstricke unserer globalisierten Gegenwart gemeinsam. Mit verschiedenen künstlerischen Strategien laden sie dazu ein, die Komplexität heutiger Lebensrealitäten neugierig zu hintersinnen.

Niko Abramidis & NE (*1987) verweist in seinen Rauminstallationen auf visuelle Strategien, mit denen wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Machtanspruch typischerweise demonstriert wird: mit auf Hochglanz polierten Materialien und Markenzeichen unternehmerischer Identität. Abramidis steigert die räumliche Szenerie jedoch ins Groteske. Er bettet die Herrschaftssymbole in einen schrillen Kosmos ein, wodurch die vermeintlich sichere Ordnung klarer Hierarchien ins Wanken gerät.

Ausgangspunkt der multimedialen Arbeiten von Cana Bilir-Meier (1986) sind häufig Geschichten und Ereignisse, die einen Bezug zu ihrer eigenen Biografie haben. Die Künstlerin stellt dazu umfangreiche Recherchen an, sowohl in familieneigenen Archiven wie auch in öffentlichen, medialen Diskursen. Die Offenlegung des Rechercheprozesses ist ein zentrales Element, aus dem sich die jeweilige Form der Arbeiten ableitet. Die persönlichen Erzählungen lösen sich dadurch vom individuellen Schicksal und werden Teil von übergreifenden gesellschaftlichen Narrativen. Das Interesse von Keto Logua (1988) gilt dem Verhältnis von Vorstellung und Wirklichkeit. Unter Rückgriff auf wissenschaftliche Vorgehensweisen zeigt die Künstlerin auf, dass Form und Bedeutung sowohl alltäglicher Gegenstände als auch gesellschaftlicher Konzepte, wie etwa das von «Natur», von Zeit und Ort abhängig ist, in welcher sie entstehen.

Weitere Informationen: Kunstmuseum Bern