Die Zukunft durch kulturpolitisches Handeln gestalten – Kulturstiftung der Länder

Unmittelbar vor Gründung der Kulturministerkonferenz geht es in den Reden neben dem Rückblick auch um die Frage nach der Rolle der Kulturstiftung der Länder an der Seite und im Gegenüber der Kulturministerkonferenz.

„Die Gründung der Kulturstiftung der Länder war eine bedeutende Weichenstellung für die Förderung der Kultur, der Identität und den Erhalt der kulturellen Vielfalt in Deutschland“, sagt Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg und Stiftungsratsvorsitzender der Kulturstiftung der Länder.

Oben: Prof. Dr. Konrad Wolf über die Kulturstiftung der Länder als Austauschplattform für kulturelle Themen.

Für die Kulturstiftung der Länder gilt es nach dreißig Jahren großen Engagements darum, Bilanz zu ziehen. Gleichermaßen ist es auch wichtig, „gemeinsam mit unseren Förderern und unseren Partnern darüber nachzudenken, wie wir die Zukunft durch kulturpolitisches Handeln besser gestalten können,“, so der Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder, Prof. Dr. Markus Hilgert. Die Kulturstiftung habe einerseits ein starkes Mandat in der Erwerbungsförderung. Gleichzeitig gebe es weitere Mandate die im Bereich Vermittlung, Präsentation, Dokumentation, Förderung von Ausstellungen liegen.“

Oben: Der Erste Bürgermeister Hamburgs und Stiftungsratsvorsitzende, Dr. Peter Tschentscher, gratuliert der Kulturstiftung der Länder zum 30-jährigen Bestehen.

Der Direktor der Berlinischen Galerie, Dr. Thomas Köhler, erklärt – stellvertretend für viele geförderte Einrichtungen, dass durch „die großartige Unterstützung der Kulturstiftung der Länder“ in der Einrichtung Projekte möglich wurden, „die ohne diese Unterstützung undenkbar gewesen wären. Und dazu gehören für mich Erwerbungen vor allem, aber auch die Unterstützung von Ausstellungsprojekten,“ so Köhler.

„Gegründet als tatsächlich Einkaufsgemeinschaft der Länder zum Erwerb national- oder auch regional bedeutsamer Kulturschätze, hat die KSL sich in den vergangenen drei Jahrzehnten als Kulturgutschutzgemeinschaft, und damit auch als eine der wichtigsten Institutionen der Kulturnation Deutschland etabliert,“ erklärt die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Prof. Monika Grütters. Ganz besonders wichtig sei ihr die Unterstützung der KSL bei der kulturpolitischen Aufarbeitung der Kolonialzeit. „Hier stehen wir noch ganz am Anfang und ich freue mich sehr über Ihr Versprechen, lieber Herr Hilgert, dass die KSL sich hier einmal mehr auch als kulturpolitisches Ideenlabor einbringen wird,“ so Grütters.

Wenn wir heute darüber nachdenken, wie diese Solidargemeinschaft sich weiterentwickeln kann, „dann geht es natürlich auch um aktuelle kulturpolitische Herausforderungen die es zu bewältigen gilt. Dazu gehört die digitale Transformation des Kulturbereichs, dazu gehört immer noch die Frage der Provenienzforschung und insbesondere die Provenienzforschung bei Objekten aus kolonialen Kontexten, so Markus Hilgert. Diese kulturpolitischen Herausforderungen sind Herausforderungen, denen sich alle Länder stellen müssen, sagt Hilgert: „Und ich glaube es ist sinnvoll, dass sie es hier in der Kulturstiftung der Länder tun, denn wir sind die geborene Partnerin für die Bewältigung dieser Herausforderungen. Und sie schafft Synergien die absolut notwendig sind um diese komplexen Herausforderungen“.

Die Kulturstiftung der Länder berät, forscht, finanziert und ergreift Initiative: Vor 10 Jahren hat sie die systematische Erforschung der Raubkunst in deutschen Museen mitangestoßen. Sie geht auf wissenschaftliche Spurensuche nach Kunstwerken, die nach dem Krieg aus Deutschland abtransportiert wurden. Sie richtet mit der Bildungsinitiative Kinder zum Olymp! seit 13 Jahren die Scheinwerfer auf gelungene kulturelle Programme von Schulen und Institutionen. Und schon immer, nämlich seit seiner Gründung vor 30 Jahren, hilft sie Museen, Bibliotheken und Archiven dabei, besondere Kunstwerke und kulturelle Zeugnisse in ihre Sammlungen zu holen. Dabei geht es immer zuerst um die Fragen, warum ein Objekt wichtig ist für die Menschen vor Ort und was Kunstwerke und Kulturgüter über uns und die Geschichte unseres Landes erzählen.

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