Elfie Semotan. Contradiction bei C/O Berlin

Trau dich doch. So lautete der provokante Werbespruch der österreichischen Marke Palmers, welche die Models in reizvollen schwarzen Dessous auf Plakaten in Szene setzte und damit in den späten 1970er Jahren einen Skandal auslöste. Die Bilder der österreichischen Fotografin Elfie Semotan (*1941) zeugten von einem neuen hedonistischen Zeitgeist und bestechen bis heute durch ihre kühle Eleganz, unperfekte Schönheit und ihren diskret erotischen Subtext. Ihre freizügigen Werbe- und Modefotografien, ihre Porträts von Persönlichkeiten aus Kunst, Film und Theater wie Louise Bourgeois, Willem Dafoe, Elfriede Jelinek, oder Martin Kippenberger sowie ihre Zusammenarbeit und Freundschaft mit dem Modedesigner Helmut Lang machten die Fotografin weltbekannt. Semotan, die ihre Karriere als Fotomodell in Paris begann und seit den späten 1960er Jahren fotografiert, lässt durch intelligent zitierte Bezüge zu ikonischen Werken der Kunstgeschichte die Grenze zwischen Kunst und Kommerz verschwimmen. Wie ihre Zeitgenossinnen Sarah Moon, Nan Goldin oder Sibylle Bergemann hat sie die Freiräume in der Fotografie genutzt und eine eigene weibliche Perspektive durchgesetzt. C/O Berlin würdigt Elfie Semotan mit einer umfangreichen Ausstellung und präsentiert einen Querschnitt durch das vielfältige Schaffen der Fotografin.

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