EU-Projekt ARCHES im Kunsthistorischen Museum Wien

Fortschritte in Richtung Barrierefreiheit

ARCHES Vorstellung im KHM Wien. Teilnehmerinnen und Teilnehmer testen die Tastreliefs. Foto: Sabine Gruber / ARCHES

(Presseinformation) Das Kunsthistorische Museum nimmt seit Oktober 2016 als einer von 12 internationalen Partnern an dem von Horizon 2020 geförderten Projekt ARCHES (Accessible Resources for Cultural Heritage EcoSystems) teil. Die Höhe der Fördersumme betrug insgesamt € 3,8 Millionen und Ziel dieser Initiative war es, die Barrierefreiheit in der Kunstwelt zu verbessern und Museen integrativer zu gestalten.

Die Museumspartner waren das Londoner Victoria & Albert Museum, das Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid und das Kunsthistorische Museum Wien, die drei Jahre lang regelmäßig mit Menschen mit Seh-, Hörbeeinträchtigung und mit Lernschwierigkeiten zusammengearbeitet haben. Unter der Leitung des österreichischen Forschungszentrums VRVis entstanden taktile Reliefs mit modernsten 3D-Modellierungstechniken, eine barrierefreie App und ein kreatives Spiel für Smartphones, iPhones, Tablets sowie iPads. Alle Inhalte wurden in engster Zusammenarbeit mit mehr als 200 Menschen mit Beeinträchtigung in Großbritannien, Österreich und Spanien gemeinsam entwickelt und getestet. Unter anderem kamen auch Avatare und Videos in Gebärdensprache zum Einsatz. Die Ergebnisse des ARCHES Projektes werden am 7. November im Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid ausgestellt.

Das Projekt ist einzigartig, da es internationale Zusammenarbeit und partizipative Forschungsmethoden mit der Entwicklung von Technologien kombiniert, die den Zugang für alle MuseumsbesucherInnen erleichtern sollen. Das Team hat einen multisensorischen Ansatz gewählt, um alle Menschen dabei zu unterstützen, die großen Kunstwerke berühmter Maler wie Edward Hopper, Frans Hals und Pieter Bruegel besser zu erleben. 

Weitere Erkenntnisse und Ergebnisse

Die TeilnehmerInnen der Forschungsgruppe, die alle in unterschiedlichster Art beeinträchtigt sind, haben ein Manifest für einen barrierefreien Zugang zum Museum verfasst und Videos produziert, um die Fachleute und die breite Öffentlichkeit für ihre Bedürfnisse zu sensibilisieren. Sie haben auch eine Reihe von Orientierungs- und Schulungsunterlagen für museale Aktivitäten erstellt, einschließlich tastbarer Pläne des Museums. Außerdem wurde ein Leitfaden für Museumsfachleute, wie man ein Museum für alle gestalten kann, erstellt. Im Kunsthistorischen Museum fanden seit dem Jahr 2016 insgesamt 30 Workshops mit jeweils rund 20 TeilnehmerInnen mit den unterschiedlichsten Beeinträchtigungen statt.

Mehr unter www.khm.at