„Francesco Colonna: Hypnerotomachie, ou discours du songe“ ist das neue „besondere Objekt“, das ihr noch bis 27. April 2025 im Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek bewundern könnt.

Der venezianische Buchdrucker Aldo Manuzio und sein geheimnisvoller Roman

Der venezianische Buchdrucker und Verleger Aldo Manuzio, auch bekannt unter dem latinisierten Namen Aldus Manutius, machte sich einen Namen mit seinen handlichen und qualitativ hochwertigen Ausgaben antiker Klassiker. Besonders bekannt wurde er für seine Veröffentlichungen italienischer Humanisten und für die ersten Druckwerke in griechischer Schrift, die aus seiner Offizin stammten.

Im Jahr 1499 sorgte Manuzio mit einem geheimnisvollen Roman für Aufsehen: Das Werk trug den rätselhaften Titel Hypnerotomachia Poliphili. Der Titel setzt sich aus griechischen Begriffen zusammen: „hýpnos“ (Schlaf), „éros“ (Liebe oder sinnliches Begehren) und „machē“ (Kampf). Der zweite Teil des Titels, „Poliphili“, bezieht sich auf den Helden und Ich-Erzähler der Geschichte und fungiert zugleich als eine Art Pseudonym des Autors, dessen wahre Identität nicht auf den ersten Blick zu erkennen war.

Für kundige Leserinnen und Leser eröffnete sich eine vielschichtige Bedeutung: Der Titel konnte als „Kampf des Helden um seine Liebe im Schlaf“ oder im Traum gedeutet werden – oder gar als „Liebeskampftraum“. Dieses geheimnisvolle Werk fasziniert bis heute durch seine Rätselhaftigkeit und seinen vieldeutigen Charakter.

Mehr unter: www.onb.ac.at

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