Jeppe Hein über seine Arbeit im Rahmen des The Playground Project in der Bundeskunsthalle

Spielen ist eine Tätigkeit, die ohne bewussten Zweck zum Vergnügen, zur Entspannung, aus Freude an ihr selbst und an ihrem Resultat ausgeübt wird. Es ist eine Beschäftigung, die oft in Gemeinschaft mit anderen vorgenommen wird – so eine gängige Beschreibung. Mit The Playground Project hat die Bundeskunsthalle daher für das Dach und den Vorplatz – Outdoor – eine Ausstellung zum Thema Spiel entwickelt, die zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit gibt, Spielangebote und interaktive Installationen zu entwerfen. Darunter auch Jeppe Hein.

„Circular Appearing Rooms“ ist der Titel von Heins großem, kreisrundem Wasserpavillon auf dem Museumsplatz vor der Bundeskunsthalle. Es ist seine Einladung an die Besucher, diesen zu betreten und sich in ihm von Raum zu Raum zu bewegen.
Die Wände aus Wasser bewegen sich in einem festgelegten Rhythmus um die Besucher herum. So bilden sich innerhalb der großen Form weitere kleine (Schutz-)Räume. Man kann die Arbeit von außen betrachten, aber auch hineingehen und selbst ein Teil des Werkes werden – allein diese Wahlmöglichkeit erweitert den Skulpturbegriff.
„Die Menschen nutzen den Wasserpavillon als Ort purer Freude und kindlicher Verspieltheit, ebenso wie für Momente der Ruhe und Entspannung“, so Jeppe Hein, der besonderen Wert auf das Miteinander legt. Wände können durchbrochen werden. Es entstehen Momente des Kontakts.

Auch seine „Modified Social Benches“ auf dem Dach der Bundeskunsthalle thematisieren die Kontaktaufnahme, das Miteinander. Die ungewöhnlichen Formen der weißen Bänke machen ihre eigentliche Funktion zu einem Erlebnis. Wie soll man auf ihnen sitzen? Mehr noch, wie sollen wir gemeinsam auf ihnen sitzen? Die Nähe zu anderen ist oft kaum zu vermeiden. Das, was im Alltag schnell als unangenehm empfunden wird, schafft im Spiel Momente der Empathie und Kommunikation.

THE PLAYGROUND PROJECT
 Indoor & Outdoorbis 28. Oktober 2018
 in der Bundeskunsthalle, Bonn