JerusalemerGesprächeBonn – 71 Jahre Staat Israel

Diskussionsreihe JerusalemerGesprächeBonn

71 Jahre Staat Israel – Ich lebe hier, Punkt.

Aufzeichnung vom 30. Juni 2019 in der Bundeskunsthalle, Bonn

Die Diskussionsreihe in der Bundeskunsthalle widmet sich dem Austausch über aktuelle gesellschafts- und kulturpolitische Themen weltweit. In der achten Folge diskutiert die Moderatorin NICOLA ALBRECHT (Nahost-Korrespondentin ZDF-Studio Tel Aviv) mit ihren Gästen über den Status quo Israel 71 Jahre nach seiner Staatsgründung und beleuchtet die Zusammenhänge und Auswirkungen von Antisemitismus und Rechtsradikalismus in Europa.

Teilnehmer/-innen sind

– die israelische Schriftstellerin Lizzie Doron

– die arabische Israelin Suzan Badran

– die in Berlin lebende Israelin Nirit Ben-Joseph

– der Historiker und ehemalige israelische Botschafter in Deutschland, Shimon Stein

„Die Judenfrage ist keine religiöse, sie ist eine nationale Frage. Wir sind ein Volk, ein Volk“, schrieb der Publizist und Hauptbegründer des politischen Zionismus Theodor Herzl Ende des 19. Jahrhunderts. Wo aber steht Israel im 71. Jahr nach seiner Staatsgründung? Welche Stimme hat die liberalere Bevölkerung in den Wirtschaftszentren Israels heute? Israels erster Ministerpräsident David Ben Gurion wollte, dass sich das Land zu einem Schmelztiegel entwickelt. Als der Staatsgründer am 14. Mai 1948 die Unabhängigkeit erklärte, schwebte ihm der „neue Jude“ vor. Aber dieses Bild hatte mit der Wirklichkeit der verschiedenen jüdischen Völker, die sich im Staat Israel trafen, wenig zu tun. Eine der Schattenseiten des erfolgreichen israelischen Staatsaufbaus waren die Auseinandersetzungen mit den dort lebenden Palästinensern und deren schließliche Vertreibung. Wer der „neue Jude“ ist, ist heute so unklar wie vor siebzig Jahren.

„Man ist in Europa nicht selbstverständlich Jude. Man muss jeden Tag dafür kämpfen“, so zitiert die taz einen jüdischen Niederländer in einem Artikel über Antisemitismus in Europa. Hass auf Juden ist keine private Meinung. Die Sprache beginnt, sich zu verändern und mit ihr das Denken: Das Aufwiegelnde, Spaltende, Diffamierende wird alltäglicher.

Die Diskussion will einen Blick auf das Innere Israels werfen, das einen erstarkenden Rechtspopulismus verzeichnet. Gleichzeitig versucht sie deutlich zu machen, dass Antisemitismus und Rechtsradikalismus in Europa zwei Seiten derselben Medaille sind.

Weitere Informationen: Bundeskunsthalle