Klee im Krieg – Interview mit Chefkuratorin Fabienne Eggelhöfer

Wir hängen einen Teil unserer Sammlungspräsentation «Klee im Krieg» um. Chefkuratorin Fabienne Eggelhöfer erklärt im Interview, was diese furchtbare Zeit so fruchtbar für Paul Klee gemacht hat.

Die Ausstellung zeigt erstmals umfassend die Folgen des Ersten Weltkrieges auf Paul Klees Schaffen anhand ausgewählter Bilder aller Werkphasen. Künstlerisch wie biografisch ist es eine Zeit tiefgreifender Umbrüche. Der Krieg raubte Klee viele seiner Künstlerfreunde. Auf sich selbst zurückgeworfen, treibt er sein Schaffen voran. Die politische Lage kommentiert er in seinen Werken und wendet sich gleichzeitig verstärkt der Abstraktion zu.

Unsere Sammlungspräsentation greift zentrale Aspekte von Klees Schaffen auf, die in der Zeit des Ersten Weltkrieges ihren Ursprung haben. Aber auch Klees Leben als Soldat im Ersten Weltkrieg ist anhand von bisher kaum gezeigten Briefen und Dokumenten Inhalt der Ausstellung. Zugleich wird Klees rasanter Aufstieg und sein Weg zu einer der zentralen Figuren der künstlerischen Moderne beleuchtet. Denn trotz ihrer Schrecken war die Zeit des Ersten Weltkrieges eine sehr produktive und äusserst erfolgreiche für Klee. Er erlebte – mitten im Krieg – seinen künstlerischen Durchbruch und wurde zwischen 1916 und 1918 zu einer Kultfigur der jungen Kunst.

n den letzten Jahren vor dem Ersten Weltkrieg herrscht grosse Aufbruchstimmung. Auch für Paul Klee, der sich als Mitglied der Künstlergruppe Der Blaue Reiter in der Münchner Avantgarde etabliert und in Paris den Kubismus entdeckt. Auf der Tunesienreise im Frühjahr 1914 erhält er entscheidende Impulse hin zur Abstraktion. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Sommer 1914 ist für Klee im ersten Moment ein herber Rückschlag. Sein künstlerisches Umfeld bricht jäh auseinander: Viele Freunde ziehen in den Krieg oder ins Exil. Klee bleibt allein in München zurück.

Film von Prospektiv Film Ausstellungsszenografie von fluchtpunkt – Innenarchitektur & Szenografie

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