Kunsthalle Bremen: 100.000 Euro Förderung für Online-Strategie

2017 Junge Menschen in der Kunsthalle Foto: Oliver Ahlbrecht

(Presseinformation) – „Ein zentrales Ziel der Kunsthalle Bremen ist seit einigen Jahren die Öffnung des Hauses. Durch verschiedene digitale Maßnahmen möchten wir Schwellen abbauen, neue inhaltliche Zugänge zur Kunst ermöglichen sowie die vielfältige Relevanz der Sammlung demonstrieren“ (Prof. Dr. Christoph Grunenberg, Direktor Kunsthalle Bremen)

„Kunsthalle Art Surfer“ ist die Online-Strategie der Kunsthalle Bremen. Darunter fasst das Museum die digitale Kommunikation mit Kunstinteressierten, Besuchern und Besucherinnen, die digitale Kunstvermittlung sowie die wissenschaftliche Erschließung der Sammlung. Die ersten Maßnahmen dazu haben bereits 2013 begonnen. Zukünftig werden die digitalen Aktivitäten der Kunsthalle in unterschiedlichen Bereichen erweitert.

Digitalisierung betrifft nicht nur Unternehmen. Auch Museen müssen sich mit der Frage befassen, wie sie mit dem digitalisierten Alltag umgehen und sich darin positionieren. Das Herzstück des Museums und Dreh- und Angelpunkt für jegliche Angebote ist die Sammlung. Deshalb startete die digitale Strategie der Kunsthalle Bremen im März 2013 mit einem öffentlich zugänglichen Sammlungskatalog auf der Museumswebseite. Er umfasste den Gesamtbestand an Gemälden und Skulpturen. Seither werden sukzessive die Bestände aus dem Kupferstichkabinett digitalisiert und online gestellt. Diese aufwendigen und langfristig angelegten Digitalisierungsprojekte werden von unterschiedlichen Förderern unterstützt (weitere Informationen dazu siehe unten).

2016 wurde die Museumsdatenbank modernisiert und erweitert, 2020 soll auf dieser Grundlage ein aktualisierter Online- Sammlungskatalog öffentlich zugänglich gemacht werden. 2017 wurde die neue, auch für mobile Endgeräte optimierte Webseite der Kunsthalle Bremen präsentiert. Seit 2018 bietet das Museum den Besuchern und Besucherinnen ein öffentlich zugängliches WLAN an. Im Januar 2019 wurde die Präsenz bei Google Arts & Culture vorgestellt mit einer Auswahl von Meisterwerken aus der Sammlung, Online-Ausstellungen und VR-Ansichten. Parallel dazu wurden bereits verschiedene digitale Vermittlungsformate zu Ausstellungen realisiert wie beispielsweise der Multimediaguide „Tour de Kunsthalle“ (2015) und „Tour de Liebermann“ (2016). Die Präsenz der Kunsthalle in den sozialen Netzwerken wie Instagram, Facebook, Twitter und YouTube wurde über die letzten Jahre erweitert und verzeichnen rapiden Zuwachs.

Zukünftige Schritte im Rahmen der digitalen Strategie

Künftig werden digitale Vermittlungsprogramme zum ständigen Angebot gehören und miteinander vernetzt. Das Museum plant eine flexible App für die Sammlung und Ausstellungen. Die Anwendung soll sowohl im Haus, also auch an jedem anderen beliebigen Ort verwendet werden können. Sie ermöglicht damit die Vor- oder Nachbereitung eines Museumsbesuchs und eröffnet Menschen, denen ein Besuch aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich ist, die intensive Teilhabe an Kultur. Die Ergebnisse der Digitalisierung sollen auch über die eigenen Plattformen hinaus sichtbar gemacht werden. Dies geschieht durch die zukünftige Anbindung an Online-Portale wie z.B. die Deutsche Digitale Bibliothek, das Graphikportal und Europeana. Dafür war die Überarbeitung der gesamten Objektdokumentation in der Museumsdatenbank notwendig. So wurden neben Normdaten, standardisierte Vokabulare zur Erfassung und Verschlagwortung bei der Objektbeschreibung verwendet. Dadurch werden die Objekte recherchierbar.  

Laufende Digitalisierungsprojekte der Sammlung und Finanzierungszusagen:

  • 2014 begann das Museum mit der digitalen Erschließung des gesamten Bestandes des Kupferstichkabinetts. Dieses auf zehn Jahre angelegt Digitalisierungsprojekt ist Dank der großzügigen Unterstützung der Waldemar Koch Stiftung möglich.
  • Seit September 2017 digitalisiert das Kupferstichkabinett der Kunsthalle Bremen die Bestände der deutschen und niederländischen Druckgraphiken und Zeichnungen des 15. und 16. Jahrhunderts, die rund 12.000 Werken umfassen. Das Projekt wird finanziert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).
  • Seit Mai 2019 digitalisiert das Kupferstichkabinett der Kunsthalle Bremen die hervorragenden Bestände der französischen und japanischen Druckgraphiken und Zeichnungen, die rund 18.000 Werke umfassen. Das Projekt wird finanziert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG).
  • Seit Juni 2019 ist es offiziell: Die digitale Strategie der Kunsthalle Bremen wird mit 100.000 Euro vom Bund durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) gefördert.

Mehr unter www.kunsthalle-bremen.de