Museum Kunstpalast: Kunstwerk des Monats – Oliver Sieber, „Howl, Leverkusen“ (2007)

Jeden Monat wird ein Werk aus der Sammlung des Museum Kunstpalast von den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hauses und in regelmäßigem Wechsel zwischen den Abteilungen präsentiert. Nicht nur die Kurzführung im Rahmen der KUNSTPAUSE, sondern auch ein wissenschaftlicher Essay eröffnen neue Sichtweisen auf das betreffende Kunstwerk.

Das Kunstwerk des Monats Januar 2016 ist Oliver Siebers „Howl, Leverkusen“ (2007).

Die Beschäftigung mit Jugendkultur zieht sich wie ein roter Faden durch das Schaffen des in Düsseldorf geborenen Fotografen Oliver Sieber. Bereits in seiner ersten Serie Ende der 1990er-Jahre befasste er sich mit Skins, Mods und Teds. Damals porträtierte er Heranwachsende, deren stark voneinander abweichende Frisuren, Kleidung und Accessoires er vor neutralem weißen Hintergrund betonte. Der nüchterne, immer gleiche Fond sowie das einheitliche Format verleihen der Serie den Charakter einer Typologie. Der Künstler versichert jedoch, es gehe ihm nicht darum, Vertreter verschiedener Gruppen in Beziehung zu setzen, sondern um Porträts Einzelner.

Grundsätzlich interessieren ihn Personen, die sich in subkulturellen Zirkeln bewegen. Hierzu gehören unter anderem Jugendliche, die den seit den 1990er-Jahren in Japan beliebten Verkleidungstrend Cosplay praktizieren. Cosplay geht auf die englischen Begriffe „costume“ und „play“ zurück. Teilnehmer wählen ihre Lieblingsfigur aus einem Manga, Computerspiel oder Anime und verkörpern sie mit Hilfe eines originalgetreuen Kostüms. Auf diese Weise werden Rollen reflektiert, die Maskerade ermöglicht aber auch Freiheiten, denn das Geschlecht hat für die Wahl der Gestalt keine Bedeutung. Die Gewänder fertigen die Spieler häufig selbst und tragen sie anschließend auf Veranstaltungen, so genannten Anime-Conventions. In Deutschland finden seit 2007 auch Cosplaymeisterschaften statt.

Mehr im Essay zum Kunstwerk des Monats unter www.smkp.de/kunstwerk-des-monats zu finden.

In Zusammenarbeit mit IKS – Institut für Kunstdokumentation und Szenografie
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