Purrmann und der Expressionismus im Buchheim-Museum

Hans Purrmann um 1962 in Montagnola,
Foto von Lothar-Günther Buchheim

(Presseinformation) Hans Purrmann lehnte es 1956 ab, einen Nachruf auf Emil Nolde zu verfassen. Er stehe seiner Kunst »wenig nahe« und habe »außer einer Gegnerschaft« keinerlei Beziehungen zu ihm gehabt. Andere Brücke-Künstler sah Purrmann positiver. Er berichtet, dass er bei einem Besuch im Atelier Ernst Ludwig Kirchners so sehr »von dessen starker und spontaner Malerei« beeindruckt gewesen sei, dass er sogleich »zwei Bilder« von ihm erworben habe. Erich Heckel habe er »um seine Aufsehen erregenden schönen Einsendungen« bei der Berliner Sezession beneidet. Auch Purrmann ging es in gewisser Weise darum, »den Ausdruck eines Kunstwerkes in einer vereinfachten Malerei aufs Höchste zu steigern«. Einem zum Prinzip erhobenen Expressionismus wollte er sich aber nicht verschreiben. Sein großer Auftritt im Buchheim Museum wird gleichwohl von Werken der Expressionisten flankiert. Die nach Stillleben, Landschaften und Akten gegliederte Ausstellung umfasst 95 Gemälde und 23 Papierarbeiten von Purrmann. Werke von Max Beckmann, Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff und Lothar-Günther Buchheim hängen für die vergleichende Betrachtung zwischen den Werken Purrmanns. Darüber hinaus gibt es im Expressionistensaal Purrmann-Werke zu entdecken, die mit den Sammlungsstücken in Dialog treten. Diese erstmalig gewagte Konfrontation Purrmanns mit seinen expressionistischen Zeitgenossen bietet intensive Seherlebnisse. Gemeinsamkeiten und Eigenheiten werden intensiv vor Augen geführt. Deutlich wird, dass auf beiden Seiten eine Synthese aus Abstraktion und Figuration gesucht wird. Die harten Kontraste, die reinen Farben, die schnellen Striche, die Kirchner, Heckel und ihre Kollegen zur Steigerung der Expressivität einsetzten, waren jedoch nicht Purrmanns Sache. Ihm ging es vielmehr darum, durch differenzierte Farbakkorde und eine helle Palette die Bildgegenstände farbenfroh erglühen zu lassen – und den Blick in heitere Freiheit zu lenken. Das Buchheim Museum lädt dazu ein, diesen mitreißend gemalten Optimismus des Künstlers zu entdecken und zu genießen!

Glücksbringer der Farben

Die Frühjahrsausstellung im Buchheim Museum ist dem großen Koloristen Hans Purrmann (1880 – 1966) gewidmet. Eine ähnlich umfangreiche Präsentation des Malers hatte es in Bayern zuletzt 1962 im Haus der Kunst und 1976 in der Villa Stuck gegeben. Purrmann, in Speyer aufgewachsen, studierte bis 1905 bei dem Münchner Malerfürsten Franz von Stuck. Über Berlin zog es ihn schließlich nach Paris, wo er Anschluss an die internationale Avantgarde fand. Er schloss Freundschaft mit Henri Matisse. In dem heiteren Kolorit, dem spielerischen Bildaufbau und der Leichtigkeit der Bildthemen zeigt Purrmann sich durch ihn beeinflusst. In Paris, Berlin, am Bodensee, in Florenz und nach 1945 im Tessin entfaltet Purrmann ein OEuvre, das sich mit reich nuancierten, glühenden Farben, maßvollen Stilisierungen und verständlichen Bildgegenständen als eigenständiger Beitrag zur Moderne behauptet. Das Publikum liebte stets seine prachtvollen Kompositionen. Die Kunstkritik würdigte ihn zunächst jedoch zurückhaltend. In Deutschland wurde er als »Französling« beargwöhnt, in Frankreich 1914 als Deutscher nicht geduldet. Von den Nationalsozialisten wurde er als »entartet« verfemt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war der abstrakte Zeitgeist gegen ihn. Es ist ein Glück, dass die heutige Kunstgeschichte zu einer neutraleren Betrachtung der Moderne vorangeschritten ist. Nicht mehr nur das Schwergängige, Abstrakte, Hässliche hat Chance auf Würdigung, sondern auch das Einnehmende, Erkennbare und Schöne. »Neue Wege zu Hans Purrmann« wurden in jüngster Zeit mit der gleichnamigen Purrmann- Monografie beschritten. Das Buchheim Museum lädt dazu ein, Purrmann als »Glücksbringer der Farben« neu zu entdecken. Dank der Unterstützung der Familie Purrmanns, des Hans Purrmann Archivs sowie zahlreicher privater und institutioneller Leihgeber konnte eine exquisite Ausstellung zusammengestellt werden, welche zum Genuss der unverhohlenen Schönheit der Werke des Künstlers einlädt. Katalog und die Audioguide zur Ausstellung gibt es an der Museumskasse.

Buchheim und Purrmann

Hans Purrmann, Interieur mit zwei Frauen, 1933, Privatbesitz © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

1962 gab der Verleger Lothar-Günther Buchheim einen Jahreskalender über »Moderne Malerei« heraus, der neben Bildern von Pablo Picasso und Henri Matisse auch ein Werk von Hans Purrmann enthält. Wohl im selben Jahr besuchte Buchheim Purrmann in Montagnola, wobei er den älteren Maler in einer Reihe von Fotografien festhielt. 1964 äußerte Buchheim in einem Brief an Purrmann den Wunsch, ein Bild von ihm zu erwerben. Buchheim galt in Deutschland als Meinungsmacher in Sachen Kunst. Seine Haltung Purrmann gegenüber ist also von exemplarischer Bedeutung. Obschon er seine farbglühenden Bilder offensichtlich liebte, schrieb der Vielschreiber kunsthistorischer Literatur keine Zeile über Purrmann. In erster Linie trat er für die Rehabilitierung der deutschen Expressionisten ein. Wie Purrmann waren sie von den Nationalsozialsten als »entartet« verfemt worden; und wie Purrmann spannten sie einen phantasieanregenden Bogen zwischen Wirklichkeitsbezug und freier kompositorischer Ordnung. In einem Punkt unterschied sich der Europäer Purrmann aber doch von seinen deutschen Kollegen. Das für die Expressionisten so typische Suchen nach einer Wahrheit hinter den Dingen interessierte ihn nicht. Er beteiligte sich nicht an dem metaphysischen Überbietungskampf der Avantgarden. Bar aller Bedeutungsschwere verkündete er vielmehr eine optimistische Weltsicht. Wie seinem Mentor Matisse ging es ihm darum, »Erholung von den Mühen des Alltags« zu gewähren. Vielleicht wollte sich Buchheim nach dem langen Kampf um sein Museum der Phantasie, der 1999 mit dem Baubeginn zur Ruhe gekommen war, endlich auch einmal Erholung gönnen. Im selben Jahr erwarb er mit dem Gemälde »Garten am Bodensee« endlich sein erstes Werk von Purrmann – als einen seiner letzten Ankäufe überhaupt

Landschaften

Purrmann war einer der bedeutendsten deutschen Landschaftsmaler des 20. Jahrhunderts. In diesem Sujet kam seine optimistische Weltschau besonders deutlich zur Anschauung. Seine Bilder entlockten dem Schriftsteller Kasimir Edschmid das Bonmot, dass Purrmann ein »Glücksbringer der Farben« sei. Für seine Landschaften unternahm Purrmann Reisen mit Henri Matisse nach Südfrankreich, so nach Cassis und Collioure, bezog in Langenargen am Bodensee ein Fischerhaus direkt am See, und siedelte nach Florenz in die Villa Romana über. In den fünfziger Jahren verbachte er mehrere Malsommer auf Ischia. Menschen kommen in dieser Werkgruppe kaum vor, und wenn doch, dann mehr als Staffage. Wohl aber wird die Landschaft in Einklang mit den Spuren menschlicher Zivilisation gezeigt. Immer steht das komponierte Farbereignis im Vordergrund. Die Geländeformationen und Gebäude scheinen von innen heraus in zauberhaftem Kolorit zu erglühen. Anders verhält es sich bei den Expressionisten. Karl Schmidt-Rottluff zum Beispiel verwandelt Landschaften zu formal und koloristisch verdichteten, zeichenhaften Ausdrucksträgern. Menschendarstellungen fungieren, etwa bei Erich Heckel oder Ernst Ludwig Kirchner, als Chiffren eines Strebens nach Wiederherstellung der ursprünglichen Harmonie mit der Natur – oder als Exempel der Entfremdung von ihr.

Stillleben

Purrmann war ein begnadeter Stillebenmaler und liebte es, Blumensträuße in Farbharmonien zu verwandeln. Nicht selten arrangierte seine Frau Mathilde Vollmoeller die Bouquets aus Anemonen, Dahlien, Nelken, Chrysanthemen oder Rosen in ausgesuchten Vasen, Glaskrügen oder Töpfen. Zu den Gesamtkompositionen gehören auch Möbel, Accessoires sowie die oft floral gemusterten Teppiche, Tapeten, Paravents und Textilien. Wohl wegen ihrer farbigen Fassung fand Purrmann gelegentlich auch Gefallen an gotischen Skulpturen, die übrigens Stücke seiner Sammlung sind. Die traditionelle Stilllebenmalerei gehörte nicht zu den bevorzugten Sujets der Expressionisten. Bisweilen beschäftigten sie sich jedoch mit afrikanischen Masken und Plastiken, die ihnen als Exempel einer unmittelbaren und unverfälschten Kunst galten. Bei Max Beckmann dienen Stillleben als Ausdrucksträger. Er gibt Interieurs seiner eigenen Wohnräume in Berlin und Amsterdam in engen Ausschnitten wieder, und reflektiert damit die Stimmungslage eines auf in seine Wohnräume eingeengten, verfemten Künstlers in der Zeit des Nationalsozialismus.

Aktbilder

Die weibliche Figur studierte Purrmann gern und lieferte schon früh meisterliche Proben, so mit der »Polnischen Kunstreiterin« von 1905. Über 300 Aktzeichnungen von ihm sind erhalten geblieben. Während der Zeit an der Académie Matisse entstanden wohl die meisten Akte. Aus dieser Zeit stammt eine Reihe von Ölbildern, etwa der »Stehende Akt« von 1907. In Rom um 1925 widmete er sich diesem Motiv, ebenso um 1940 in Florenz. Hierbei entstanden die großen liegenden Akte. Auch im hohen Alter noch gelangen ihm beachtliche Bilder. Purrmann gab professionelle Modelle in Posen wieder, wie er sie im Atelier arrangierte. Den Brücke-Maler dagegen war daran gelegen, den Menschen in seiner natürlichen Ursprünglichkeit zu erfassen. Gegenseitig trieben sie sich an zu spontanen Viertelstunden-Akten, bei denen das Modell alle 15 Minuten seine Position wechselte. Meist verband sie ein Liebesverhältnis zu den dargestellten Mädchen und Frauen. Oft sind es die Lebensgefährtinnen der Künstler, die in privaten oder intimen Situationen festgehalten werden. Die Akte finden sich in privaten Wohnräumen, inmitten grüner Vegetation oder am Wasser. Die expressionistische Aktmalerei reflektiert das eigene, alltägliche Leben oder bringt die Idealvorstellung eines Lebens im Einklang mit der Natur zum Ausdruck. Für Purrmann war die Aktmalerei dagegen ein an den klassischen Schönheitsidealen orientiertes Farb- und Formereignis. Explizit erotische Aktzeichnungen, wie sie von Auguste Rodin, Egon Schiele oder Henri Matisse bekannt sind, finden sich in Purrmanns OEuvre in gemäßigter Form erst seit den 1920er-Jahren.

Interieurs

Darstellungen von Innenräumen, gleichsam die Kehrseite der freien Natur, faszinierten Purrmann immer wieder. Hier kamen meist seine eigenen Arbeitsräume in den Blick, besonders in den zwanziger Jahren in Berlin oder in seiner Sommerfrische mit Sicht auf Garten und Bodensee. Diese Interieurs, etwa das »Blaue Zimmer«, zeigen mit den eigenen Gemälden und Spiegeln an den Wänden sowie den geöffneten Fenstern oder Türen eine subtile Reflexion über das Wesen von Malerei. In den Interieurs aus Italien, in Porto d’Ischia in den zwanziger Jahren gemalt, ist zudem wieder der unmittelbare Einfluss von Matisse erkennbar. Neben fröhlichen Mustern dominieren helle, freundliche Farben. Oft bieten Fenster Ausblicke ins Freie. Für Purrmann boten Interieurs Anlass zu freudespendenden Kompositionen ohne weiteren Bedeutungsballast. Für die Brücke-Maler waren dagegen Interieurs nur als Träger lebensrelevanter Gehalte interessant. Ernst Ludwig Kirchners »Interieur mit Maler« von 1920 etwa ist ein Zeugnis der Verhältnisse des Künstlers in Davos: Hier versuchte er sich von seinem Kriegstrauma und seiner Drogensucht zu erholen. Textile Muster spielen eine zentrale kompositorische Rolle, jedoch nicht als dekorative Elemente wie bei Matisse und Purrmann, sondern als kompositionsbestimmende Struktur. Der Künstler selbst und seine Lebensgefährtin Erna Schilling sind am Tisch sitzend dargestellt. Die Befindlichkeit der beiden Kriegsmigranten mag in der Grünfärbung ihrer Gesichter zum Ausdruck kommen, die sich komplementär abheben von dem durch rote und orangefarbene Töne sowie durch grüne, gelbe und blaue Akzente bestimmten Farbklima.

Bildnisse

Wie Purrmann 1965 einmal gestand, zählten Bildnisse nicht zu seinen Lieblingssujets. Gleichwohl schuf er eine Reihe sehr farbenfreudiger und ausdrucksstarker Porträts. Oftmals widmete er sich Personen aus dem Familien- und Verwandtenkreis. Nach frühen Versuchen in den Jahren 1897 und 1904 stellte sich Purrmann erst wieder im höheren Alter, zu Beginn der 1950er-Jahren, selbst in den Fokus. Eines dieser Selbstbildnisse inspirierte den Dichter Hermann Hesse zu dem – Hans Purrmannn gewidmeten – berühmten Gedicht »Alter Meister in der Werkstatt«. Gelegentlich erhielt er auch bedeutende Porträtaufträge, besonders im Alter, so von dem Kunsthistoriker Hans Kauffmann, dem Kölner Bürgermeister Robert Görlinger, dem Schriftsteller Kasimir Edschmid oder noch im Todesjahr von dem renommierten Fotografen Felix H. Man. Sämtliche Bildnisse sind vom Respekt vor der Person des Dargestellten geprägt. Gewaltsame Introspektionen, psychologische Interpretationen oder eine sinnbildliche Überhöhung von Porträts gibt es bei Purrmann nicht. Ebenso geben sich seine gelegentlich gemalten Selbstbildnisse verhalten und distanziert. Mit der Vereinfachung der Gesichtszüge, der leuchtenden Überhöhung der Erscheinungsfarben und der Einfügung in eine ansprechende Gesamtkomposition wirken Purrmanns Bildnisse im besten Sinne gemäßigt modern. Alexej von Jawlenskys »Kopf in Blau« von 1912, der den androgynen Tänzer Alexander Sacharoff darstellt, ist kompositorisch gar nicht so fern von Purrmanns Köpfen. Freilich gibt sich Jawlensky durch breitere Pinsel, lässigere Strichführung und freiere Farbverwendung avantgardistischer. Bezüglich der Leuchtkraft und der Differenziertheit des Kolorits ist Nolde vielleicht der einzige Expressionist, der sich mit Purrmann messen kann. Allerdings ist Nolde von anderen Interessen geleitet: Der »Araber« von 1920 ist für Nolde nicht als Individuum, sondern als Repräsentant einer »exotischen« und »ursprünglichen « Kultur interessant, in der er ein positives Gegenbild zur europäischen Zivilisation sieht.

Sammlung Hans Purrmann

Hans Purrmann war zeitlebens ein leidenschaftlicher Sammler. Nach seiner Heirat 1911 mit Mathilde Vollmoeller, die aus einer wohlhabenden Unternehmerfamilie stammte, konnte er dafür größere Mittel einsetzen. Seine Sammlung umfasste unter anderem Arbeiten von Paul Cézanne, Ernst Ludwig Kirchner, Henri Matisse, Pablo Picasso, Pierre-Auguste Renoir, Jean-Jacques Rousseau und Georges Seurat. Nicht nur Gemälde, Zeichnungen oder Druckgrafiken waren darunter, sondern auch Plastiken, Keramiken, Münzen, Möbel, Rahmen, französische und chinesische Seidenstoffe und wertvolle Teppichfragmente. Einige dieser Sammlungsstücke fanden als »Requisiten« Eingang in Purrmanns Gemälde und Zeichnungen. Die Sammlung hat unter den beiden Weltkriegen stark gelitten. Der französische Staat konfiszierte und versteigerte die 1914 in Frankreich verbliebenen Besitztümer Purrmanns. Bei seiner Flucht 1943 aus Italien in die Schweiz mussten ebenfalls Sammlungsteile zurückbleiben. Dennoch ist die »Künstlersammlung« Purrmanns, die ihm immer wieder Inspiration gab, noch heute in Teilen erhalten.

Arbeiten auf Papier

Purrmann beschäftigte sich besonders in der Zeit vom Ersten Weltkrieg bis in die Weimarer Zeit hinein mit Druckgrafik, vor allem mit Kaltnadel- und Ätzradierungen und der Lithografie. Vereinzelt fertigte er noch in den 1950er-Jahren und gegen Ende seines Lebens Steindrucke, denen zeichnerische Studien vorangingen. Seine Ätzradierungen stellen Übertragungen von Federzeichnungen dar. Die Lithografien stehen seinen Kreidezeichnungen sehr nahe. Es ist gut möglich, dass sich Purrmann 1906 im Hinblick auf die Druckgrafik mit der Federzeichnung zu beschäftigen begann. Die Technik des Holzschnittes verwendete Purrmann im Gegensatz zu den Expressionisten nie. Bei den Brücke-Künstlern hatten die Drucktechniken, insbesondere der Holzschnitt, stilprägende Bedeutung – auch mit Auswirkungen auf die Malerei. Er galt ihnen als »ursprüngliches« Medium, das durch seine Materialcharakteristik zu einer vereinfachten Komposition führt, in der flächige Darstellungsweisen und harte Kontraste dominieren. Die Brücke- Maler arbeiteten auch viel in Aquarell. Im Vergleich mit Emil Nolde fällt Purrmanns OEuvre von etwa 440 Aquarellen und Gouachen dagegen übersichtlich aus. Er begann erst nach dem Ersten Weltkrieg in Aquarell zu arbeiten. Zwischen 1920 und 1950 setzte er die Technik vor allem bei Landschaftsdarstellungen ein.
Veranstaltungen und Führungen

Samstag, 1. April um 18 Uhr
Eröffnung der Ausstellung PURRMANN UND DER EXPRESSIONISMUS
Josef Erhard, Mitglied des Vorstandes der Buchheim Stiftung
Daniel J. Schreiber, Direktor des Buchheim Museums, Felix Billeter, Leiter des Hans
Purrmann Archivs

Jeden Sonntag, 15.30 Uhr
Purrmann-Führung
Die Führung bietet einen Überblick über die Ausstellung. An den nachfolgenden
Sonntagen werden anstelle der Überblicksführungen Dialogführungen mit Felix Billeter,
Leiter des Purrmann Archivs, oder Daniel J. Schreiber, Direktor des Buchheim
Museums, und jeweils einem ausgewiesenen Purrmann-Experten angeboten. Die
Teilnahme kostet in jedem Fall € 2,50 zzgl. Eintritt.

Sonntag, 30. April 2017, 15.30 Uhr
Familiäres und Fachliches I
Annette Freifrau von König und Daniel J. Schreiber
Annette Freifrau von König, eine Enkelin Hans Purrmanns, führt durch dessen Bildwelten.

Sonntag, 7. Mai 2017, 15.30 Uhr
Familiäres und Fachliches II
Regina Hesselberger-Purrmann und Daniel J. Schreiber
Die Münchner Architektin hat sich dem Erhalt und der Verbreitung der Kenntnis des Werks ihres Großvaters Hans Purrmann verschrieben. Gemeinsam mit ihrem Bruder Marsilius ist sie für die Hans Purrmann Stiftung verantwortlich. In der gemeinsamen Führung mit Museumsdirektor Daniel J. Schreiber vermittelt sie ihre intimen Kenntnisse – unterhaltsam angereichert mit persönlichen Geschichten.

Sonntag, 14. Mai 2017, 15.30 Uhr

Farbmagie & Kunsttheorie
Christoph Wagner und Felix Billeter
Purrmann wird zu Recht als einer der bedeutenden deutschen Koloristen in der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts angesehen. Christoph Wagner, Ordinarius für Kunstgeschichte an der Universität Regensburg, und Felix Billeter, Leiter des Hans Purrmann Archivs, erläutern an ausgewählten Bildern, welche Farblehren und Kunsttheorien hinter Purrmanns Praxis stecken, und, wie Hermann Hesse es formulierte, welches »Kräftespiel der Farben« in seiner Malerei wirkt.

Sonntag, 21. Mai 2017, 15.30 Uhr

Wie man wird, was man ist
Felix Billeter und Angelika Grepmair-Müller: Felix Billeter, Leiter des Hans Purrmann Archivs, und die Münchner Kunstvermittlerin Angelika Grepmair-Müller betrachten die Ausstellung entlang Purrmanns Lebenslauf. Sie erörtern die Frage, welche Begegnungen – Menschen, Orte und Werke – prägend für Purrmanns künstlerischen Werdegang wirkten.

Sonntag, 18. Juni 2017, 15.30 Uhr
Der Horizont der Zeit
Oliver Kase und Daniel J. Schreiber
Als Kurator der Pinakothek der Moderne ist Oliver Kase für die Klassische Moderne zuständig. In dem von ihm verantworteten Sammlungsbereich befinden sich auch zwei Purrmann-Gemälde, die dankenswerter Weise als Leihgaben für die Ausstellung zur Verfügung gestellt werden. In seiner gemeinsamen Führung mit Museumsdirektor Schreiber wird er die kunsthistorische Bedeutung Purrmanns vor dem Horizont seiner Zeit vermitteln.

Sonntag, 25. Juni 2017, 15.30 Uhr

Mit den Augen des Malers
Bernd Zimmer und Daniel J. Schreiber
Wer das Handwerk versteht, kann es auch besser beurteilen. Bernd Zimmer, gereifter Junger Wilder und einer der berühmtesten Maler Bayerns, macht bei diesem Rundgang mit Museumsdirektor Daniel J. Schreiber auf die technischen Besonderheiten
von Purrmann und den Expressioisten aufmerksam. Es wird deutlich, wie sich durch Strichführung und Farbkomposition emotionale Wirkungen erzielen lassen.

Sonntag, 2. Juli 2017, 15.30 Uhr
Charme & Ausdruck
Felix Billeter und Daniel J. Schreiber
Die beiden Kuratoren der Ausstellung – Felix Billeter, Leiter des Hans Purrmann Archivs, und Daniel J. Schreiber, Direktor des Buchheim Museums – ziehen in ihrem Rundgang einen Vergleich zwischen den Expressionisten und Purrmann. Während
jene eine Steigerung des Ausdrucks in der Vereinfachung der Komposition suchten, lag Purrmann daran, durch anregende Farbkompositionen und differenzierte Pinselführung eine optimistische Weltsicht zu vermitteln.

Mehr unter www.buchheimmuseum.de