The Playground Project in der Bundeskunsthalle – Behind the Art

Der Spielplatz ist ein Nebenprodukt der industrialisierten Stadt des 20. Jahrhunderts. In ihm kondensieren sich wie kaum anderswo Vorstellungen zu Erziehung und Kindheit, zu Stadtplanung und öffentlichem Raum, zu Architektur und Kunst und zu Kreativität und Kontrolle. Der Spielplatz entzieht sich immer wieder der institutionellen und ideologischen Vereinnahmung und treibt seine eigenen, zuweilen anarchischen Blüten. Dieses Nebeneinander unterschiedlicher Erwartungen, momentaner Errungenschaften und abenteuerlicher Vorstellungen macht den Spielplatz überhaupt erst aus.

The Playground Project illustriert anhand von herausragenden Gestaltern die wichtigsten Momente in der Geschichte des Spielplatzes. Projekte von Künstlerinnen, Gestaltern, Aktivistinnen und Architekten werden in zahlreichen Bildern, Filmen, Plänen und Modellen gezeigt.

The Playground Project wurde von Gabriela Burkhalter als reisende Ausstellung kuratiert und für die Bundeskunsthalle realisiert und angepasst, in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Zürich.

Im Zusammenhang mit dem Playground Project (ab 13. Juli) zeigt die Bundeskunsthalle auf dem Dach und dem Vorplatz – Outdoor – eine Ausstellung zum Thema ‚Spiel‘, die den zeitgenössischen Künstler(inne)n Nevin Aladağ, Kristina Buch, Ólafur Elíasson, Jeppe Hein, Carsten Höller, Christian Jankowski, Llobet & Pons, Michel Majerus, Andreas Schmitten, Thomas Schütte, Superflex, Rirkrit Tiravanija, Alvaro Urbano und Ina Weber eine Fläche bietet, künstlerische Entwürfe von Spielangeboten/-formen/-utensilien bzw. interaktive Installationen zu entwerfen. Den Besucher(inne)n wird damit die Möglichkeit gegeben, Kunst ‚spielend‘, partizipativ und performativ zu erleben. Gemäß einer philosophischen Definition des Homo ludens, benötigt der Mensch das Spiel als elementare Form, da er im Gegensatz zum Homo faber seine Fähigkeiten vor allem über das Spiel – auch als generell kulturbildender Faktor – entwickelt: Er entdeckt dort seine individuellen Eigenschaften und wird über die dabei gemachten Erfahrungen zu der in ihm angelegten Persönlichkeit; spielen wird dabei mit Handlungsfreiheit gleichgesetzt und eigenes Denken vorausgesetzt.

Bis 28. Oktober 2018 in der Bundeskunsthalle, Bonn

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