Weitere 58 Millionen Euro für Deutsches Hafenmuseum

2017 soll das Segelschiff Peking von New York nach Hamburg überführt werden.
Die Peking vor der Überholung im Hafen von New York. Das Segelschiff soll Aushängeschild des geplanten Deutschen Hafenmuseums werden.

(Presseinformation) Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages finanziert das nationale Museumsprojekt in Hamburg mit weiteren 58 Millionen Euro. Damit werden im Rahmen des Zwei-Standorte-Konzepts die Realisierung eines signifikanten Neubaus und die vorgesehene Aufwertung des zweiten Museumsstandorts in herausragender Form ermöglicht.

„Das Deutsche Hafenmuseum wird bundesweit der erste Ort, an dem umfassend die Geschichten von Welthandel und Globalisierung erzählt und diskutiert werden können.“ Dr. Carsten Brosda, Senator der Behörde für Kultur und Medien

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat in seiner heutigen Sitzung die Bereitstellung zusätzlicher Mittel für das Deutsche Hafenmuseum in Höhe von 58 Millionen Euro im Haushalt der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien beschlossen. Insgesamt stellt der Bund bis zu 178 Millionen Euro für das Deutsche Hafenmuseum und die Restaurierung der Viermastbark PEKING zur Verfügung. Mit den zusätzlichen Mitteln können sowohl der geplante Museumsneubau im neu zu entwickelnden Hamburger Stadtteil Grasbrook als auch die Aufwertung und die adäquate Ausstattung des zweiten Museumsstandortes in den historischen 50er Schuppen am Hansa-Hafen in hervorragender Form realisiert werden.

„Nach der sehr attraktiven Standortentscheidung in der Mitte dieses Jahres ist nun auch die bauliche und inhaltliche Gestaltung beider Teilstandorte dieses besonderen Museumsprojekts in angemessener Form abgesichert.“ Prof. Dr. Hans-Jörg Czech, Vorstand und Direktor der Stiftung Historische Museen Hamburg.

Im Mai 2019 konnte für das Deutsche Hafenmuseum nach vorangegangener intensiver Prüfung und umfassender Evaluation verschiedener Standortoptionen durch die Freie und Hansestadt Hamburg mit einem Zwei-Standorte-Konzept die optimale Variante für die örtliche Positionierung dieses national bedeutsamen Museumsprojekts ermittelt werden. Neben einem zukünftigen Neubau für den Hauptstandort des Deutschen Hafenmuseums auf dem städtebaulich hoch attraktiven Gebiet des neu zu entwickelnden Stadtteils Grasbrook war mit dieser Entscheidung auch die Planung einer musealen Ertüchtigung und einer baulichen Anpassung der historischen 50er Schuppen als zweitem Teilstandort im genehmigten Bestand als Ziel formuliert worden.

„Ich bin stolz wie Bolle, dass diese ergänzende Finanzierung gelungen ist“. Johannes Kahrs, haushaltspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion.

Für die geplanten Anpassungen der historischen 50er Schuppen sind rund 20 Millionen Euro der Ergänzungsfinanzierung vorgesehen. Der Maßnahmenkatalog umfasst unter anderem die barrierefreie Erschließung des Teilstandorts, dessen Ausbau für einen ganzjährigen Betrieb, die Modernisierung der Dauerausstellung und der Werkstätten sowie die Erneuerung der Pontonanlage für die schwimmenden Großobjekte. Obendrein können diese und diverse Hafenkräne im Bereich mit den nun zur Verfügung stehenden Mitteln nachhaltig saniert werden, so beispielsweise der letzte noch funktionstüchtige Dampfschwimmkran Deutschlands (SAATSEE, 1917), der einzige noch existierende schwimmende Saugbagger mit Dampfbetrieb (SAUGER IV, 1909) und die drei letzten, sich im unveränderten Originalzustand befindlichen Vollportalkrane aus der Nachkriegszeit des Hamburger Hafens.

Mit der umfangreichen Ergänzungsfinanzierung durch den Bund kann auch der Plan eines architektonisch attraktiven Neubaus mit internationaler Signalwirkung realisiert werden, mit dessen Errichtung im Stadtteil Grasbrook voraussichtlich in den Jahren 2023/24 begonnen werden kann. Eine weitere besondere Attraktion wird neben dem geplanten Museumsneubau die sanierte und für die museale Nutzung instandgesetzte historische Viermastbark PEKING bieten. Der mit Finanzierung des Bundes aus New York überführte und aktuell noch in der Werft befindliche Frachtsegler soll als künftiges Leitobjekt des Deutschen Hafen-museums einen dauerhaften Liegeplatz in direkter Nähe des Museumsneubaus erhalten.

Bereits 2015 hatte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien für die Errichtung eines Deutschen Hafenmuseums sowie für die Rückholung und Sanierung der Viermastbark PEKING einen Betrag von insgesamt bis zu 120 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Mit der Restaurierung der PEKING wurde die Stiftung Hamburg Maritim und mit der Umsetzung des wichtigen Museumsprojekts die Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH) betraut. Die SHMH befindet sich in einer intensiven Konzeptionsphase für das künftige Deutsche Hafenmuseum, in der auch die inhaltlichen Anpassungen an das Zwei-Standorte-Konzept vorgenommen werden. Im Rahmen von drei international besetzten Fachsymposien und mehreren Workshops konnten bereits einige inhaltliche Leitplanken des Museums-projektes abgesteckt und Netzwerke mit Expertinnen und Experten verschiedener Disziplinen aufgebaut werden.

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