Wien zu Europa – Klimt und Schiele zu Léger und Klee im Kunsthaus Zug

Das Kunsthaus Zug öffnet die Pforte zur hauseigenen Schatzkammer. Es ist die moderne Wiener Welt vor und während des Ersten Weltkriegs in ihrer ganzen Breite und Tiefe, in ihrer Aufbruch- und Untergangsstimmung, die gezeigt wird. Aber auch die europäische Welt ausserhalb Wiens wird abgebildet. Und der freie Geist der weiten Welt, den der Zweite Weltkrieg zu ersticken drohte.

Arbeiten von Henri de Toulouse-Lautrec und Edvard Munch stehen exemplarisch für die kulturellen Wechselwirkungen zwischen Wien und anderen Zentren in Europa.

Silber, Schmuck und Keramik, dazu leuchtende Landschaften und blühende Gärten. Das exotische Fest der Farben eines August Macke. Die Schönheit einer Traumwelt von Gustav Klimt, sie will verführen, wer immer sie betritt. Der aber wird nicht nur dem rauschhaften Glück begegnen: Wer eintritt, sieht den Menschen in seiner Brüchigkeit, im Gruppen­bildnis mit Arnold Schönberg von Richard Gerstl beispielsweise, im Expressionismus von Egon Schiele oder Ernst Ludwig Kirchner. Da machen sich Furcht und Hässliches breit.

Die Gänge in die Keller, in denen die Schätze lagern, ereignen sich nicht rein zufällig im Jahr 2018. Die Stiftung Sammlung Kamm ist der Code zu den Tresoren. Ihr nämlich gehört die bedeutendste Kunstsammlung der Wiener Moderne ausserhalb Österreichs in Europa, dazu kommen Werkgruppen des französischen Kubismus und des deutschen Expressionismus. Die Stiftung wurde 1998 gegründet und hat ihre Bestände als Dauerleihgabe ins Kunsthaus Zug gegeben. Die enge Freundschaft des in Zug ansässig gewesenen Ehepaars Fritz und Editha Kamm-Ehrbar zum Wiener Bildhauer Fritz Wotruba hinterlässt ihr Zeugnis in der Sammlung. Während des Zweiten Weltkriegs lebte dieser mit seiner jüdischen Frau Marian im Zuger Exil. Sein Schaffen, seine Kritik an der Abgeschiedenheit des Wiener Kunstbetriebs und seine Öffnung hin zu Europa sind Schlüssel zur Sammlung des Kunsthauses Zug.

Produktion: artv.ch

Mehr unter www.kunsthauszug.ch

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